Im Collège Joseph-Lakanal in Aubagne nahe Marseille sind am Montagmorgen Schüsse gefallen. Getroffen wurden der Schulleiter und eine Lehrerin, ein drittes Opfer wurde nach Angaben der Behörden gestreift. Tatverdächtig ist ein 14-Jähriger, der die Mittelschule selbst besucht. Die Polizei nahm ihn fest, wie sie der Nachrichtenagentur AFP mitteilte.

Nach Informationen des Senders BFMTV traf eine Schrotkugel aus einem Jagdgewehr den 53-jährigen Schulleiter an der rechten Hüfte. Eine 37-jährige Lehrerin wurde demnach von einem Abpraller am Oberschenkel getroffen. Mindestens vier Schüsse waren zu hören.

Der Jugendliche schoss im Inneren des Gebäudes um sich, bevor Mitarbeiter der Schule ihn überwältigten. Das Magazin „Paris Match“ berichtete, er habe ein Jagdgewehr des Kalibers 12 benutzt.

„Der Schüler wurde festgenommen“, teilte das Amt des französischen Premierministers mit. Der Schulleiter und die Lehrerin seien medizinisch versorgt worden, es bestehe „keine Lebensgefahr“. „Es wurde kein Schüler verletzt“, sagte der Bürgermeister von Aubagne, Jean-Pierre Squillari, vor Journalisten.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes

Die Staatsanwaltschaft Marseille leitete nach Angaben von BFMTV ein Ermittlungsverfahren wegen „versuchten Mordes“ ein. Das Motiv ist bislang ungeklärt. Vor der Schule versammelten sich zahlreiche Eltern, der Präfekt des Departements Bouches-du-Rhône, Squillari und der Schulrat. Eine psychologische Betreuung wurde eingerichtet.

Ob die Tat mit den seit Wochen andauernden Schülerprotesten in Frankreich zusammenhängt, ist noch unklar. Die Präfektur betonte, die Schule sei nicht von den Protesten betroffen gewesen. Eine Quelle aus Ermittlerkreisen und die Präfektur sagten BFMTV, die Schüsse hätten „keinerlei Zusammenhang“ mit der Schülerbewegung.

Schulbezirksinspektor Jean-Yves Bessol wendet sich an die Eltern der Schüler

Minister reisen nach Aubagne

Premierminister Sébastien Lecornu bat Innenminister Laurent Nuñez und Bildungsminister Édouard Geffray, nach Aubagne zu reisen. Mit ihnen fährt die Staatssekretärin für berufliche Bildung, Sabrina Roubache. Geffray schrieb auf X, die Tat zeuge „einmal mehr von der Zunahme zügelloser Gewalt in unserer Gesellschaft, gegen die wir uns alle wehren müssen“. Das Bildungsministerium werde „wie immer geeint und stark hinter einer schwer getroffenen Bildungsgemeinschaft stehen“.

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