Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hat zum Abschluss des internationalen Investitionsgipfels in Berlin weitere Maßnahmen gefordert. Der Gipfel und die staatlichen Bemühungen um mehr ausländische Investitionen seien gut und richtig, sagte der DIW-Chef dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Sie könnten aber „nur ein erster Schritt sein“. Deutschland brauche bessere Rahmenbedingungen.
Als Beispiele nannte der DIW-Chef mehr öffentliche Investitionen in Forschung, Innovation und Infrastruktur – und vor allem in ein stärkeres Europa. „Der relevante Wirtschaftsstandort ist künftig nicht Deutschland, sondern Europa“, sagte Fratzscher. Es werde „keine deutschen Champions geben, sondern europäische – oder keine, die global bestehen können“. Dazu brauche es einen integrierten Binnenmarkt, eine Kapitalmarktunion und die Bankenunion.
Zudem warnte Fratzscher vor deutschem Protektionismus. „Gleichzeitig muss die Bundesregierung den Protektionismus zugunsten deutscher Unternehmen abbauen“, forderte er. „Weniger Bürokratie muss auch weniger Privilegien und mehr Wettbewerb für deutsche wie ausländische Unternehmen bedeuten.“
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte den Gipfel am Montagabend eröffnet, zu dem etwa 200 Unternehmenschefs aus dem In- und Ausland erwartet wurden. Darunter war auch der Chef des US-Chipriesen Nvidia, Jensen Huang, der zur Eröffnung des Treffens weitere Investitionen in der Bundesrepublik ankündigte.
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