Der Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik in Frankfurt (Oder) löst Irritationen beim örtlichen CDU-Kreisverband aus. Dieser sei nicht über den Termin informiert gewesen, berichtete die „Märkische Oderzeitung“ (MOZ) am Dienstag.

Merz hatte sich am Freitag über die Entwicklung innovativer Mikrochips informiert und mit Forschern gesprochen.

CDU-Kreisvorsitzende Désirée Schrade beklagte gegenüber der Zeitung einen „Besuch unter dem Radar“. Vorab keinen Hinweis zu Merz’ Besuch bekommen zu haben, bezeichnete sie als „bedauerlich“, „befremdlich“ und „irritierend“.

„Es wäre wichtig, der Mitgliedschaft zu signalisieren, dass man sie sieht und wertschätzt. Auch wenn wir nur ein kleiner Kreisverband ganz weit im Osten sind“, sagte Schrade der „MOZ“.

Es sei ein Problem, „dass es gar keine Nähe zur Basis gibt“. Im Wahlkampf habe sie noch mit Merz auf Plakaten posiert und sich nach eigenen Angaben „für ihn beschimpfen lassen“.

Desiree Schrade, Vorsitzende des CDU-Kreisverbands Frankfurt (Oder)

Gerne hätte sie ein Gespräch zwischen Merz und dem Kreisverband vereinbart, um über die „Zerrissenheit innerhalb der Partei“ zu sprechen. So gebe es ein „Glaubwürdigkeits- und Vertrauensproblem“ sowie eine „Sehnsucht nach Bedeutung, danach, wieder erfolgreicher zu sein“.

Kanzler kommt anlässlich „Hightech Agenda“

Eine Anfrage der „MOZ“ zu dem Thema beim Bundespresseamt sei dem Bericht zufolge unbeantwortet geblieben.

Anlass des Kanzler-Besuchs war die sogenannte „Hightech Agenda“ der Bundesregierung. Ziel der Initiative ist es, durch Investitionen in Schlüsseltechnologien die Wirtschaftskraft zu stärken, neue Arbeitsplätze zu schaffen und dafür zu sorgen, dass Deutschland unabhängiger wird. Insbesondere Innovationen in den Bereichen der Künstlichen Intelligenz, der Quantentechnologien sowie der Mikroelektronik stehen dabei im Fokus.

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