Russland sieht bei Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs erst in einer späteren Phase eine Rolle für die Europäer. Zunächst werde wieder im Dreierformat Russland, USA und Ukraine gesprochen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau, wie die Nachrichtenagentur Tass meldete. Peskow bestätigte, dass für Mitte November ein Treffen in den Vereinigten Arabischen Emiraten vorbereitet werde.
Präsident Wladimir Putin habe dafür das Hauptthema vorgegeben: „Das ist die Sicherheit beider Länder, Russlands und der Ukraine, nachdem es einen Übergang zu einer Friedenslösung gegeben hat“, sagte Peskow.
Zum Platz der Europäer am Verhandlungstisch zu einem späteren Zeitpunkt sagte der Kremlsprecher: „Es ist klar, dass man die Architektur der europäischen Sicherheit nicht ohne andere Teilnehmer besprechen kann.“
Das Dreiertreffen in Abu Dhabi war am Dienstag nach einem Besuch des US-Unterhändlers Steve Witkoff bei Putin in Aussicht gestellt worden. Als Zeitraum wurde ein Termin ab dem 10. November genannt. Das wäre nach den Kongresswahlen in den USA am 3. November, aber vor einem möglichen Treffen Putins mit US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping beim Asien-Pazifik-Gipfel am 18./19. November.
Melania Trump vermittelt Waffenruhe
Unterdessen hat US-Präsidentengattin Melania Trump nach Angaben des Weißen Hauses eine lokale Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine für die Stadt Oleschky vermittelt. Die Feuerpause beginnt am 29. Oktober, wie das US-Präsidialamt mitteilt. Russland und die Ukraine vereinbarten demnach, alle Kampfhandlungen in der Stadt vorübergehend einzustellen. Dies soll die Verteilung humanitärer Hilfsgüter ermöglichen und die Evakuierung von Zivilisten über einen sicheren Korridor vorbereiten. Die First Lady und ihre Vertreter arbeiten den Angaben zufolge direkt mit der russischen und ukrainischen Führung zusammen.
Erste Diesellieferung unterwegs in die USA
Auch wurde nach dem Dieseldeal mit Trump nach Kremlangaben der erste Tanker mit 40.000 Tonnen an Bord auf die Reise Richtung USA geschickt. Weitere Lieferungen würden folgen, sagte Peskow in Moskau. Präsident Putin hatte den Start am Mittwoch beim Treffen mit dem US‑Sondergesandten Witkoff angekündigt.
Russland schließt Dieselexporte auch in andere Länder nicht aus. Das hängt jedoch von den russischen Raffineriekapazitäten ab. „Planmäßig erreichen wir erst gegen Ende des Jahres das volle Produktionsvolumen, und dann können auch andere Länder die Mengen erhalten, die sie früher erhielten“, hatte der für Energiefragen zuständige Vize-Regierungschef Alexander Nowak in dieser Woche erklärt.
Anfang Oktober 2026 vereinbarten US-Präsident Trump und Kremlchef Putin Diesellieferungen aus Russland in die USA, wofür Washington bestehende Sanktionen gegen Moskau vorübergehend aussetzte. Der Deal löste international scharfe Kritik aus – von der EU, der Ukraine, der Bundesregierung und sogar Teilen des US-Kongresses.
Moskau wertet die Einigung hingegen als einen Triumph angesichts von Versuchen Kiews, Russland wichtige Einnahmen für seine Kriegsmaschinerie zu nehmen. Putin hatte auch gesagt, dass der Deal helfe, die Preise auf dem Weltmarkt zu senken.
Russische Ölraffinerien werden regelmäßig von ukrainischen Kampfdrohnen angegriffen. Durch die Reparaturen sind die russischen Produktionskapazitäten eingeschränkt, woraufhin Moskau Exportstopps für Benzin und Diesel verhängt hatte. Trump kritisierte daher mehrfach die ukrainischen Attacken und machte Kiew vor den Kongresswahlen Anfang November für steigende Spritpreise verantwortlich.
Die Ukraine setzt sich derweil weiter gegen Russland zur Wehr. Entgegen Trumps Ankündigung läuft das Starlink-Satelliteninternet nach Kiewer Militärangaben weiter gedrosselt. Das berichteten mehrere ukrainische Medien unter Berufung auf Quellen im Verteidigungsministerium. „Eine Bestätigung, dass die Drosselung aufgehoben wurde, gibt es bislang nicht“, hieß es.
Ähnlich äußerte sich der ukrainische Präsidentenberater Serhij Beskrestnow. Es gebe vereinzelte Fälle, dass Starlink schneller funktioniere, aber dies liege eher am SpaceX‑Algorithmus. „Derzeit können wir keine Aufhebung der Beschränkungen bei Starlink feststellen“, schrieb er auf Facebook.
Ukrainische Drohnen verlieren Verbindung zu Satellit
Trump hatte am Donnerstag in Washington gesagt, der SpaceX-Gründer Elon Musk habe die Drosselung aufgehoben. Das ukrainische Militär leidet seit vergangener Woche darunter, dass Flugobjekte bei einer Geschwindigkeit von mehr als 160 Kilometern in der Stunde ihre Verbindung zu den Starlink-Satelliten verlieren. Dies betrifft Drohnenflüge zur Abwehr schneller russischer Jetdrohnen ebenso wie eigene ukrainische Angriffe.
Von Musk und der US-Regierung gab es widersprüchliche Angaben, warum das Satelliteninternet Starlink langsamer läuft. Politisch setzen die USA die Ukraine derzeit unter Druck, um sie kompromissbereiter gegenüber dem Angreifer Russland zu machen.
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