Eine Woche nach den gewaltsamen Ausschreitungen in Frankreich finden am Samstag neue landesweite Proteste statt. Nach Angaben des Innenministeriums werden rund 70.000 Sicherheitskräfte im Einsatz sein. Zudem kommen am Wochenende Frankreichs Rechtspopulisten zu einem Parteitag in Orléans zusammen. Auch dort werden Demonstrationen erwartet.
Innenminister Laurent Nunez mobilisierte für die Demonstrationen am Samstag landesweit 70.000 Polizisten, 10.000 mehr als vor einer Woche. „Wir müssen extrem schnell reagieren. Wir haben massive Aufrufe zu Krawallen von politischen Gruppen und schlicht und ergreifend von Kriminellen“, sagte er. „Es wird ein langer Tag werden.“
In Paris patrouillierten Anti-Terror-Einheiten auf dem Prachtboulevard Champs-Elysees, Polizeiwagen umkreisten den Triumphbogen. Zahlreiche Geschäfte verrammelten ihre Schaufenster. Kultureinrichtungen wie der Louvre und die Oper blieben geschlossen, zudem wurde der Betrieb an mehr als 20 U-Bahn-Stationen eingestellt.
Einstzkräfte am Champs-ElyseesRund 50 Organisationen haben für Samstag im französischen Orléans zu einem Protest gegen die extreme Rechte aufgerufen. Hintergrund ist ein zweitägiger Parteitag der einwanderungsfeindlichen Partei Rassemblement National von Marine Le Pen. Zu den Organisatoren gehören Gewerkschaften, linke Parteien sowie Studierenden- und Antirassismusgruppen.
Große Kunstausstellungen gehen angesichts der Proteste in Deckung. Der Louvre, das Musée d'Orsay und das Musée Picasso sollten am Samstag geschlossen bleiben, teilte das Kulturministerium mit. Die Kunstmesse Art Basel Paris schloss bereits am Freitag.
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