Im Fall des Rathausbrands im zentralfranzösischen Limoges hat ein Untersuchungsrichter förmliche Ermittlungsverfahren gegen die beiden Festgenommenen eröffnet. Die 34 und 66 Jahre alten Männer seien in Untersuchungshaft genommen worden, teilte Staatsanwältin Émilie Abrantes am Samstag mit.
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Welche Vorwürfe sich gegen welchen der beiden richten, sagte Abrantes nicht. Das Verfahren umfasst unter anderem versuchten Totschlag an Amtsträgern, Zerstörung durch eine organisierte Bande mit einem für Menschen gefährlichen Mittel sowie Bildung einer kriminellen Vereinigung zur Vorbereitung eines Verbrechens. Bei Ausbruch des Feuers hielten sich 13 Beamte der Stadtpolizei im Rathaus auf.
Trümmer im Inneren des Rathauses von Limoges: Ermittler werten Drohnenbilder und Aussagen der Stadtpolizisten ausErmittler nahmen den 66-Jährigen am Donnerstagmorgen im Nachbar-Département Creuse fest, unterstützt von der Polizei-Spezialeinheit Raid. Er wurde wegen Zerstörung durch eine organisierte Bande mit einem für Menschen gefährlichen Mittel in Gewahrsam genommen. Den Gewahrsam des 34-Jährigen weitete die Staatsanwaltschaft am selben Tag auf versuchten Totschlag an Polizisten aus und verlängerte ihn um 48 Stunden.
Umfeld beschreibt 34-Jährigen als Umweltschützer
Die Ermittlungen seien unter anderem nach der Befragung der 13 Stadtpolizisten und der Auswertung von Drohnenbildern ausgeweitet worden, sagte Abrantes. Neben den Ermittlern in Limoges arbeiten Spezialisten der Polizei für Terrorismusbekämpfung an dem Fall.
Der 34-Jährige war am Dienstag im Département Haute-Vienne festgenommen worden, dessen Hauptstadt Limoges ist. Sein Umfeld beschreibt ihn als Umweltschützer. Den Behörden ist er wegen seiner mutmaßlichen Zugehörigkeit zur radikalen Linken und wegen Gewalt gegen einen Polizisten bei einer Demonstration bekannt.
Limoges’ Bürgermeister Guillaume Guérin wirft dem Staat Versagen vor: Die Polizei habe „nicht genügend Mittel“Der konservative Bürgermeister von Limoges, Guillaume Guérin, hatte dem Staat nach dem Brand Versagen vorgeworfen: Die Polizei habe „nicht genügend Mittel“ gehabt und sei vor den Randalierern zurückgewichen. Er forderte Millionenhilfen der Regierung für den Wiederaufbau.
Premierminister Sébastien Lecornu besichtigte das zerstörte Rathaus am Freitag gemeinsam mit Guérin und Kulturministerin Catherine Pégard. Er sagte zu, das Gebäude originalgetreu wiederaufzubauen, in einem beschleunigten Verfahren wie bei der Pariser Kathedrale Notre-Dame.
Premierminister Sébastien Lecornu verspricht bei seinem Besuch in Limoges einen originalgetreuen Wiederaufbau des Rathauses„Die erste Zusage ist, dass der örtliche, kommunale Steuerzahler keinen Euro in den Wiederaufbau stecken wird“, sagte Lecornu. Zu den Kosten machte er keine Angaben. Das Rathaus soll vollständig unter Denkmalschutz gestellt werden.
Proteste in mehreren Städten eingeschränkt
An den landesweiten Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem hatten sich vor einer Woche Hunderttausende Menschen zumeist friedlich beteiligt. Bei den Ausschreitungen am Rande wurden Tausende Geschäfte beschädigt oder geplündert, Rathäuser und Polizeistationen angegriffen und mehrere Gebäude in Brand gesetzt. In mehreren Großstädten galten nächtliche Ausgangssperren.
Die Regierung macht vor allem Linksextremisten für die Gewalt verantwortlich. Die Pariser Staatsanwältin Laure Beccuau sagte hingegen im Sender TF1, sie könne „absolut nicht bestätigen“, dass die Täter in der Hauptstadt der extremen Linken zuzurechnen seien.
Präsident Emmanuel Macron kam am Donnerstag mit Lecornu, Ministern und Geheimdienstvertretern zusammen, um nach eigenen Worten eine „detaillierte Bestandsaufnahme“ der Ereignisse zu erstellen.
Für dieses Wochenende wurden Proteste in mehreren Städten eingeschränkt, rund 70.000 Sicherheitskräfte sind mobilisiert. In Lyon, wo es ebenfalls Ausschreitungen und Plünderungen gegeben hatte, verbot die Präfektur „angesichts der Ereignisse“ für Samstag sämtliche Demonstrationen.
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