US-Präsident Donald Trump hat ein Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj angekündigt. „Es wird sehr bald ein Treffen geben“, sagte Trump am Mittwoch vor Journalisten. Mit Blick auf die Bemühungen, den seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Krieg zu beenden, fügte er hinzu: „Ich glaube, dass dabei große Fortschritte erzielt werden könnten.“
Der Kreml hatte kürzlich für die erste Novemberhälfte direkte Verhandlungen zwischen russischen und ukrainischen Unterhändlern unter US-Vermittlung in Abu Dhabi angekündigt. Selenskyj bestätigte die Pläne am Freitag auf X. „Jetzt müssen wir uns alle darauf konzentrieren, dass diese Treffen stattfinden – gemeinsam mit Amerika, Europa und all unseren Partnern“, schrieb er. Zuletzt hatten die drei Seiten im Februar ohne Fortschritte verhandelt.
Bereits am Mittwoch vergangener Woche hatte sich Trump in Washington zuversichtlich geäußert, nachdem sein Sondergesandter Steve Witkoff Putin getroffen hatte. „Vielleicht sind wir jetzt so nah dran wie noch nie“, sagte er damals.
Waffenruhe um Oleschky bislang ohne gemeldete Verstöße
Unterdessen ist die Waffenruhe um die russisch besetzte Frontstadt Oleschky in der Südukraine nach Angaben beider Seiten bislang eingehalten worden. Bis zum Einbruch der Dunkelheit am Dienstag seien keine Verstöße registriert worden, sagte der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hatte sich zuvor ähnlich geäußert.
„Wenn wir in Oleschky Ergebnisse sehen, kann dies den Weg für weitere Schritte im Friedensprozess ebnen“, sagte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha am Dienstag.
Die Gespräche über die Feuerpause hat nach Angaben des Weißen Hauses US-First-Lady Melania Trump angestoßen. Sie habe dann gemeinsam mit einem US-Vertreter direkt mit der russischen und der ukrainischen Führung über die Bedingungen verhandelt, hieß es vergangene Woche. Am Dienstag schrieb Melania Trump auf X, das Gebiet der Waffenruhe sei „über Oleschky hinaus in die Region Cherson ausgeweitet“ worden, „um den humanitären Konvois einen sicheren Durchgang zu ermöglichen“. Zudem habe die Feuerpause zwei Tage früher als geplant begonnen.
Eine Frau blickt während der lokalen Waffenruhe aus einem BusfensterOleschky liegt auf der russisch besetzten Seite des Dnipro, gegenüber der von der Ukraine gehaltenen Stadt Cherson. Die Feuerpause gilt nach Angaben des ukrainischen Abgeordneten Dawyd Arachamia bis Sonntag, 22.59 Uhr Ortszeit. Unterhändlern zufolge sollen zunächst Ärzte, Medikamente, Lebensmittel und Wasser in die Stadt gebracht und anschließend Evakuierungskorridore geöffnet werden.
Einwohner fürchten russische Kontrollen
Einige Einwohner fürchten laut einer freiwilligen Helferin, bei einer Evakuierung wegen pro-ukrainischer Ansichten aussortiert zu werden. „Die Leute sagen, dass sie wirklich Angst haben, dass die Russen ihre Telefone kontrollieren und nach Hinweisen auf ukrainische Angehörige oder Verbindungen zu den Streitkräften der Ukraine suchen – etwas, das sie in anderen besetzten Gebieten wiederholt getan haben“, sagte die Helferin Xenija Archipowa der Nachrichtenagentur AP am Telefon. Archipowa ist 2022 aus Oleschky geflohen und hilft inzwischen anderen Menschen, die Stadt zu verlassen.
Julija Orlowa aus der Regionalhauptstadt Cherson wollte die Feuerpause nutzen, um ihre Mutter zu besuchen. Der Bezirk am Dnipro, in dem ihre Mutter lebt, stehe üblicherweise zu stark unter Beschuss. „Heute scheint es ruhig zu sein“, sagte Orlowa der AP, während sie auf den Bus wartete.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt beim ursprünglichen Autor. Die erneute Veröffentlichung dieses Artikels dient ausschließlich der Informationsverbreitung und stellt keine Anlageberatung dar. Bei Verstößen kontaktieren Sie uns bitte umgehend. Wir werden bei Bedarf Korrekturen oder Löschungen vornehmen. Vielen Dank.