Nachdem es am Nachmittag während der bundesweiten Proteste der Initiative „Gen Z regelt“ noch weitestgehend friedlich geblieben war, beginnen mit der Dunkelheit die Ausschreitungen. In mehreren deutschen Städten kommt es zu Randalen und Straßenkämpfen mit der Polizei.
Auch Reporter werden von aggressiven Gruppen ins Visier genommen, wie sich in Köln zeigt. Dort wurden WELT-Reporter Christian Schmidt und das Team von WELT TV in einer Seitenstraße von einer Gruppe dutzender pro-palästinensischer Demonstranten eingekesselt, bedrängt und unter anderem als „Nazis“ bezeichnet. Die Demonstranten trugen Palästinensertücher, im Hintergrund war ein Schild mit der Aufschrift „Jugend gegen Kriegstreiberei“ und einem roten Stern zu sehen.
„Ich bin jetzt hier gerade in einer Seitenstraße gelandet“, spricht Schmidt ins Mikro, während um ihn herum aufgebrachte Demonstranten schimpfen. „Die Demonstranten haben unser Mikro entdeckt und haben etwas gegen WELT. Wir werden jetzt hier gerade bedrängt, belagert. Achtung, meine Kamerafrau bekommt hier Probleme“, warnt er in der Live-Schalte.
Verfolgen Sie alle Entwicklungen der „Gen Z regelt“-Proteste in unserem Live-Ticker.
Wie der Journalist schildert, sei die Stimmung von einem Moment auf den anderen gekippt. „Das ist hier die Gefahr in diesen Seitenstraßen“, erklärt Schmidt. „Eine kleine Gruppe. Wir haben da nicht mit gerechnet. Sie haben das WELT-Mikro erkannt, und dann wird aus einem friedlichen Protest ein etwas aggressiverer Protest.“
Dann wendet sich Schmidt den Demonstranten zu und fragt sie direkt: „Ich dachte, ihr wollt doch friedlich demonstrieren, oder nicht?“ Als Antwort brüllt ihm eine Demonstrantin mit Mundschutz entgegen: „Wir wollen mit Nazis nichts zu tun haben. Sie sind Nazis!“
„Warum bin ich ein Nazi?“, hakt Schmidt nach. – „Springer sind Nazis!“
„Warum ist Springer ein Nazi?“, fragt der Reporter noch einmal. Eine Erklärung liefert die Demonstrantin nicht, fragt höhnisch: „Bist du sauer geworden?“
Das Fazit des WELT-Reporters: „Also man sieht, die Situation kann ganz schnell eskalieren.“
Kurz darauf meldet sich Schmidt erneut live zu Wort, im Hintergrund sind noch immer Demonstranten und Polizei zu sehen. Das Verhalten der Demonstranten finde er schade. Doch auch ohne ein Mikrofon von WELT könnten Personen am Rande der Demos schnell in Gefahr geraten, merkt Schmidt an. „Eine kleine Dynamik kann die Lage eskalieren lassen. Das ist die Situation überall in Deutschland.“
Immer wieder würden aggressive Gruppen von der Polizei festgesetzt. Obwohl die Demo bereits vorbei sei, würden sich die Demonstranten im Hintergrund weigern, zu gehen. Der Grund ist offenbar, dass die Polizei aufgrund von möglicherweise begangenen Straftaten zuerst die Personalien der Teilnehmer feststellen will – das wollen viele offensichtlich unbedingt vermeiden.
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