Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul spricht sich dafür aus, uniformierte Polizisten in Asylunterkünften einzusetzen – „um dort vertrauensbildend zu wirken“. Dies sagte der 74-jährige CDU-Politiker im Interview mit dem Magazin „Zeit“.

Wörtlich sagte er: „In diesen Häusern stehen Schilder in verschiedenen Sprachen: ‚Messer verboten‘. Aber das bringt ja wenig. Die Bewohner müssen kapieren: Hier gilt das Gewaltmonopol des deutschen Staates. Auch Kleinigkeiten müssen geahndet werden.“

Reul berichtet, er habe Statistiken über Messerangriffe anfertigen lassen. Demnach seien es meist Deutsche, die bei sich zu Hause zum Messer greifen. Auf der Straße seien es hingegen oft Flüchtlinge.

Reul plädiert dafür, in der Gruppe der 18- bis 21-jährigen Täter „nicht immer das Jugendstrafrecht anzuwenden, sondern öfter das Erwachsenenstrafrecht“. In den 1950er-Jahren sei dies anders gewesen. Reul sagt, er wolle „über Strafmündigkeit neu nachdenken“. Er ergänzte: „Das heißt nicht, dass Kinder ins Gefängnis sollen. Aber wer was Schlimmes macht, muss auch eine Konsequenz spüren.“

Ihm bereite es Sorge, so Reul, dass junge Polizisten durch den Dienst in sozialen Brennpunkten, in denen viele Ausländer leben, überfordert würden. „Insbesondere junge Polizisten, die innerlich noch nicht stabil sind, drohen wegzurutschen, wenn sie dauernd in Problemvierteln eingesetzt sind“, so der Minister. „Deswegen möchte ich, dass bestimmte ältere Polizisten länger im Dienst bleiben dürfen. Die Alten sollen auf die Jungen aufpassen.“

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