Gute Nachrichten aus der Wirtschaft: Die deutsche Industrie hat im Dezember überraschend den vierten Monat in Folge mehr Aufträge erhalten. Das Neugeschäft wuchs um 7,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Das ist das größte Plus seit Dezember 2023.
Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Rückgang von 2,2 Prozent gerechnet. Werden Großaufträge ausgeklammert, fällt das Plus mit 0,9 Prozent deutlich kleiner aus. Großbestellungen, auch aus dem Rüstungsbereich, hatten schon im November für einen deutlichen Zuwachs von 5,7 Prozent gesorgt.
„Ein Auftragsboom zum Jahresende. Wer hätte das gedacht?“, sagte Ökonom Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). „Das sieht jetzt wirklich sehr stark nach Trendwende aus.“ Im weniger schwankenden Dreimonatsvergleich lag der Auftragseingang im vierten Quartal um 9,5 Prozent höher als in den drei Monaten zuvor.
Für den erfolgreichen Jahresabschluss sorgten vor allem die Hersteller von Metallerzeugnissen: Hier legten die Aufträge um 30,2 Prozent zu. Die Maschinenbauer kamen auf ein Plus von 11,5 Prozent. „In diesen beiden Wirtschaftszweigen meldete eine Reihe von Betrieben aus unterschiedlichen Bereichen Großaufträge“, erklärten die Statistiker.
Auch die Zuwächse in der Herstellung von elektrischer Ausrüstung (+9,8 Prozent) sowie von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (+5,7 Prozent) wirkten sich positiv aus. In der Automobilindustrie ging der Auftragseingang hingegen um 6,3 Prozent zurück. Im sonstigen Fahrzeugbau – Flugzeuge, Schiffe, Züge, Militärfahrzeuge – gab es ein Minus von 18,7 Prozent gegenüber dem hohen Niveau des Vormonats. „Dennoch gab es auch hier wieder umfangreiche Großaufträge“, hieß es. Experten gehen davon aus, dass auch in den kommenden Monaten große staatliche Bestellungen für die Aufrüstung kommen dürften.
Während die Nachfrage aus dem Inland im Dezember um 10,7 Prozent zum Vormonat zulegte, wuchs die aus dem Ausland um 5,6 Prozent. Dabei nahm die Nachfrage aus der Euro-Zone um 0,6 Prozent ab, die aus dem Rest der Welt legte um 9,7 Prozent zu.
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