Zum 100-jährigen Bestehen drohen bei der Lufthansa Streiks. Für diesen Donnerstag sind zeitgleich Arbeitsniederlegungen der Piloten sowie des Kabinenpersonals angekündigt. Fluggäste würden von den kurzfristig angekündigten Streiks „extrem hart und unverhältnismäßig“ getroffen, erklärt die Lufthansa.

Die Gäste werden aufgefordert, ihre Kontaktdaten zu hinterlegen. Betroffene Passagiere würden in jedem Fall automatisch benachrichtigt.

Welche Flüge sind betroffen?

Berlin

Wegen des Warnstreiks müssen Passagiere am Hauptstadtflughafen BER mit vielen Ausfällen rechnen. Die Lufthansa fliegt von Schönefeld normalerweise nach Frankfurt und München. Bereits jetzt hat die Airline rund ein Dutzend dieser innerdeutschen Verbindungen gestrichen, wie aus den Abfluginformationen des Flughafens hervorgeht.

Hamburg

In Hamburg kann es am Donnerstag auch am zu Streichungen und Änderungen bei Lufthansa-Flügen kommen. Von Hamburg aus hatte Lufthansa den Angaben zufolge am Donnerstag je zwölf Ankünfte und Abflüge nach Frankfurt sowie je zehn Ankünfte und Abflüge nach München geplant.

Stuttgart

Am Flughafen Stuttgart fallen die Zubringerflüge nach Frankfurt und München komplett aus, wie eine Sprecherin des Airports mitteilte. Eigentlich waren insgesamt 18 Flüge (zehn Flüge von und nach Frankfurt, acht Flüge von und nach München) geplant.

Bremen und Hannover

In Bremen und Hannover fallen ebenfalls viele Lufthansa-Flüge aus. In Bremen wurden alle Starts und Landungen der Airline gestrichen. Betroffen sind jeweils neun Flüge von und nach Frankfurt sowie München.

In Hannover wurden die meisten Lufthansa-Flüge ebenfalls abgesagt. Von jeweils neun Starts und Landungen fielen bisher sechs aus. Einige Verbindungen nach Frankfurt und München waren am Nachmittag noch geplant.

Düsseldorf und Köln/Bonn

Betroffen von den Ausfällen ist auch der Flughafen Düsseldorf: dort waren ursprünglich neun Ankünfte und neun Abflüge von und nach München sowie drei Ankünfte und drei Abflüge von und nach Frankfurt vorgesehen. Hinzu kommt eine Ankunft und ein Abflug von Lufthansa City Airlines, ebenfalls von und nach München.

Am Flughafen Köln/Bonn waren am Mittwochmittag noch keine Flugstreichungen bekannt. Laut Internetseite sind am Donnerstag vier Ankünfte und vier Abflüge von Lufthansa und Lufthansa City Airlines geplant, alle von und nach München. Nach Angaben eines Sprechers ist es möglich, dass Flüge ausfallen.

Münster/Osnabrück

Am Flughafen Münster/Osnabrück sollen Donnerstag planmäßig vier Abflüge und Ankünfte von Lufthansa City Airlines stattfinden, jeweils von und nach München. Bislang wurde nur einer der Flüge annulliert.

Welche Rechte haben Passagiere?

Bei einem Streik des eigenen Personals muss die Fluggesellschaft ihre Passagiere bei Annullierungen oder starken Verspätungen entschädigen. Je nach Flugdistanz werden zwischen 250 und 600 Euro fällig. Die Fluggesellschaften müssen zudem Ersatzbeförderungen schnellstmöglich organisieren und auch fremde Fluggesellschaften oder Über-Eck-Verbindungen prüfen.

Bei innerdeutschen Verbindungen kommen auch Bahnfahrkarten in Betracht. Wer verzichtet, kann den Ticketpreis zurückverlangen. Am Flughafen gestrandete Passagiere haben Anspruch auf Essen und Getränke am Flughafen, ebenso wie auf zwei kostenlose Telefonate. Bei längerer Dauer muss die Airline zudem für Hotelzimmer zahlen.

Offiziell streiken die rund 4800 Piloten für höhere Arbeitgeberbeiträge zu den Betriebs- und Übergangsrenten. Hierzu liegt schon seit dem Herbst eine Urabstimmung der Mitglieder vor, die mit deutlicher Mehrheit für Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt haben. Von einem Streik hatte die Gewerkschaft in den letzten Monaten abgesehen. Nach sieben Verhandlungsrunden blieb auch ein vorerst letztes Angebot der VC nach ihren Angaben ohne Reaktion.

Die Kabinengewerkschaft Ufo will ohne Urabstimmung der knapp 20.000 Beschäftigten mit einem Warnstreik Verhandlungen erzwingen zu Tarifverträgen bei der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Cityline. Allein dort seien wegen der Konzernstrategie rund 800 Jobs bedroht.

Grundsätzlich wollen die Crew-Gewerkschaften über den ganzen Tag sämtliche Abflüge in Deutschland verhindern.

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