V olkswagen-Chef Oliver Blume will einem Medienbericht zufolge den Sparkurs des ​Konzerns verschärfen. Bis Ende 2028 sollen die Kosten konzernweit um 20 Prozent gesenkt werden, berichtete das „Manager Magazin“ unter Berufung auf Informationen aus dem Unternehmen.

Blume ⁠und Finanzvorstand Arno Antlitz hätten dies Mitte Januar vor den 120 obersten Führungskräften des Wolfsburger Autobauers angekündigt. Dabei könnten auch Werksschließungen zur Debatte stehen. Das Unternehmen wollte sich dazu nicht äußern. Blume werde zur Vorlage der Bilanz 2025 am 10. März über den aktuellen Stand der seit Jahren laufenden Bemühungen um niedrigere Kosten informieren. Seit dem 2023 beschlossenen Plan zu mehr Profitabilität seien konzernweit Einsparungen in zweistelliger Milliardenhöhe realisiert worden.

Grund für den nächsten Schritt seien die Renditesorgen angesichts der Flaute in China, der ⁠US-Zollpolitik und ​des schwierigen Wettbewerbsumfelds, wie das „Manager Magazin“ berichtete. ‌Blume wurde mit den Worten zitiert: „Wir müssen die Gewinnschwelle senken.“ Das Sparziel von 20 Prozent sei „die Ambition“ und gelte für alle Marken und Kostenarten. Dies entspräche einem Volumen von rund 60 Milliarden Euro.

In den vergangenen beiden Jahren habe der Konzern Einsparungen von insgesamt 33 Milliarden Euro erzielt. Die Konzernspitze hatte bereits im Dezember bei einem Führungstreffen einen anhaltenden Sparkurs angemahnt mit Verweis auf das schwierigere Marktumfeld.

Betriebsrat zieht rote Linien

Der Betriebsrat des Konzerns nahm den Bericht zum Anlass, auf die Vereinbarung von Gewerkschaft und Unternehmen von Ende 2024 zu verweisen. „Uns ist bewusst, dass wir uns mit dem Konzern ‌nach wie vor in einer schwierigen Lage befinden“, wird Betriebsratschefin Daniela Cavallo in ⁠einer der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Information an die Beschäftigten zitiert. Deshalb ​sei damals alles in die Wege geleitet worden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und Auswirkungen auf die Belegschaft sozialverträglich zu gestalten. Der Pakt ⁠sieht zwischen 2025 und 2030 den Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen in Deutschland vor. Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen wurden ausgeschlossen. „Mit uns wird es keine Werksschließungen geben“, bekräftigte Cavallo.

Dem Bericht zufolge steht der Dax-Konzern finanziell unter Druck. Die Ratingagentur S&P habe den ‌Ausblick für Volkswagen kurz vor Weihnachten ⁠auf „negativ“ gesenkt und ‌auf das Risiko verwiesen, dass der Autobauer ​die ⁠für sein Rating relevanten Finanzkennziffern verfehlen ​könnte. Finanzchef Antlitz habe deshalb die kürzlich bekannt gegebenen sechs Milliarden Euro liquider Mittel aufgetrieben, unter anderem durch den Verkauf von ‌Forderungen. ​In einem internen Interview dazu hatte Antlitz erklärt, der Konzern habe 2025 eine Rendite um drei ‌Prozent ‌erreicht. Das sei kein nachhaltiges, robustes Ergebnisniveau und zu wenig, um kraftvoll investieren zu können. „Die Restrukturierung muss weiter entschieden vorangetrieben werden“, erklärte der Finanzchef den ​Mitarbeitern.

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