Die Bezüge der rund 21 Millionen Rentner in Deutschland sollen zum 1. Juli um 4,24 Prozent steigen. „Die gute Lohnentwicklung führt erneut zu ‌einer spürbaren Rentenanpassung, mit der die Verlässlichkeit der gesetzlichen Rente zum Ausdruck kommt“, sagte Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. ‌Die Renten steigen damit erneut stärker als die Teuerungsrate, die für dieses Jahr bei etwa 2,1 Prozent ‌erwartet wird.

Für eine rechnerische Standardrente bei durchschnittlichem Verdienst und 45 Beitragsjahren bedeutet die Anhebung ein monatliches Plus von 77,85 Euro. Den Rentenkassen beschert die Erhöhung jährliche Mehrausgaben in zweistelliger Milliardenhöhe.

Konkret beziffert werden diese erst in einer Verordnung zur Rentenanpassung, die von der Bundesregierung noch beschlossen werden muss. Im vergangenen Jahr waren die Renten um 3,74 Prozent erhöht worden. Für die Rentenversicherung brachte das jährliche Mehraufwendungen von über 15 Milliarden ‌Euro mit sich.

Grundlage der ⁠jährlichen Anpassung ist die Entwicklung ​der Löhne und Gehälter. Steigen die Löhne der Arbeitnehmer, ziehen die Renten im Folgejahr nach. In die ⁠Berechnung fließen vor allem die allgemeine Lohnentwicklung ein, aber auch die Entwicklung der Sozialabgaben, die Arbeitnehmer und Rentner zahlen. Die anpassungsrelevante Lohnentwicklung wurde nach Daten des Statistischen Bundesamtes mit 4,25 Prozent ‌beziffert. Geringfügig gedämpft wird die ⁠Erhöhung in ‌diesem Jahr durch die Anhebung ​der ⁠Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen.

„Durch ​die Kopplung der Renten an die Löhne stellen wir sicher, dass die Rentnerinnen ‌und ​Rentner an der Wohlstandsentwicklung der arbeitenden Bevölkerung teilhaben“, unterstrich die Sozialdemokratin Bas in ihrer Erklärung. „Ordentliche Renten sind ‌kein ‌Luxus, sondern eine Frage der Leistungsgerechtigkeit für die Menschen, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben.“

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