Die Bundesagentur für Arbeit meldet einen Anstieg des Missbrauchs bei Sozialleistungen. Im Jahr 2025 haben die Jobcenter mehr als 110.000 Fälle und Verdachtsfälle festgestellt, wie aus der Jahresbilanz der Bundesagentur zur „Bekämpfung von Leistungsmissbrauch im SGB II“ hervorgeht. Das berichtet das Portal „Table Media“.

Der Anstieg betrug demnach 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In 406 Fällen handelte es sich um bandenmäßigen Missbrauch. Eine Aufteilung nach Nationalitäten gibt es in der Statistik nicht. Die veröffentlichten Zahlen beziehen sich zudem nur auf jene 300 der 404 Jobcenter, die nicht in kommunaler Eigenverantwortung liegen.

Im vergangenen Sommer startete im Rahmen der Reform der Grundsicherung ein zentrales „Kompetenzcenter Leistungsmissbrauch“ der Bundesagentur in Nürnberg. Weitere regionale Zentren sollen folgen. Das berichtete „Table Media“ im März.

Arbeitslosigkeit sinkt kaum

Zuletzt hatte die Bundesagentur für Arbeit auch schlechte Nachrichten in Bezug auf den Arbeitsmarkt verzeichnet. Eine spürbare Frühjahresbelebung oder gar eine Trendumkehr waren trotz eines überraschenden, kleinen Wirtschaftswachstums im ersten Quartal nicht in Sicht. „Wir haben eine eindeutige Entwicklung ins Negative seit Ende 2022 schon beobachtet“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, Anfang Mai in Nürnberg.

Insgesamt sank die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im April im Vergleich zum Vormonat nur um 13.000. Sie lag mit 3,008 Millionen weiterhin über der Drei-Millionen-Grenze, die zu Jahresbeginn überschritten worden war. Im Vergleich zum April 2025 stieg die Zahl der Arbeitslosen um 77.000, wie die Bundesagentur weiter mitteilte. Die Arbeitslosenquote lag im April im Vergleich zum März unverändert bei 6,4 Prozent. Im April 2025 hatte sie bei 6,3 Prozent gelegen.

Im April erhielten den Angaben der Nürnberger Statistiker zufolge 1,07 Millionen Menschen in Deutschland Arbeitslosengeld. Das sind 93.000 mehr als vor einem Jahr.

3,826 Millionen erwerbsfähige Menschen erhielten Bürgergeld. Das sind 125.000 weniger als noch vor einem Jahr. Bürgergeld erhalten Menschen nicht nur, wenn sie gar nicht arbeiten, sondern auch dann, wenn sie ihren geringen Lohn aufstocken, um das sogenannte Existenzminimum zu erreichen.

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