Angesichts der geringen Füllstände der Gasspeicher hat der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) vor steigenden Preisen für Gaskunden gewarnt. „Niedrige Speicherstände würden die bereits angespannte Lage auf den Energiemärkten in der kommenden Heizsaison weiter verschärfen“, sagte vzbv-Vorständin Ramona Pop der „Rheinischen Post“. „Für Privathaushalte kann das höhere Energiepreise bedeuten.“

Die deutschen Speicher sind derzeit nur zu gut 50 Prozent gefüllt. Grund sind die seit Monaten hohen Preise am Weltmarkt infolge des Iran-Krieges. Zudem hat die Sperrung der Straße von Hormus das weltweite Angebot an Flüssigerdgas reduziert.

„Wir beobachten die Gasspeicherstände sehr genau und sehen die möglichen Herausforderungen für den kommenden Winter“, sagte Pop. „Die Einkaufspreise für Gas steigen seit Beginn des Krieges im Nahen Osten deutlich.“

Preisbindung in Verträgen schützt zunächst vor Preissteigerungen

Pop riet Gaskunden nun zur Vorsicht: „Verbraucherinnen und Verbraucher sollten jetzt prüfen, ob ihr Vertrag über den Winter hinaus eine Preisbindung vorsieht“, sagte sie. „Das schützt zunächst vor steigenden Preisen.“

Zugleich lohne es sich, „Preise zu vergleichen und gegebenenfalls zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln“, sagte Pop. „Das gilt insbesondere für Haushalte in der Grundversorgung.“

Szenarien der Initiative Energien Speichern (INES) zeigten, dass ein Speicherfüllstand von 76 Prozent zum 1. November bei normalen oder warmen Wintertemperaturen ausreiche, um die Gasversorgung sicherzustellen. Anders stelle sich die Situation bei einem außergewöhnlich kalten Winter dar.

Eine Sprecherin des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie hatte Anfang Juli eine Gasreserve zur Absicherung der Versorgung in außergewöhnlichen Krisensituationen angekündigt. Diese solle einen Umfang von 24 Milliarden Kilowattstunden haben – das entspräche etwa zehn Prozent der deutschen Speicherkapazität.

Zur Finanzierung der Gasreserve sei eine Umlage für Verbraucher vorgesehen , sagte die Sprecherin damals. Diese solle aber deutlich geringer ausfallen als eine mittlerweile abgeschaffte Gasspeicherumlage.

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