Die Bundesregierung hat mit dem US-Chipentwickler Nvidia eine Zusammenarbeit zur Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) vereinbart. Das Bundeswirtschafts- und das Forschungsministerium unterzeichneten eine entsprechende Absichtserklärung mit Nvidia am Montag im Rahmen eines Investitionsgipfels in Berlin, wie die Bundesregierung mitteilte.
Vereinbart werde, „eine Initiative zur Entwicklung modernster KI-Modelle für Physical AI voranzutreiben“ – also KI, die in physischen Systemen wie etwa Robotern integriert wird. „Ziel ist es, industrielle KI systematisch in die breite Anwendung zu bringen und ein hochmodernes KI-Ökosystem in Europa zu etablieren.“
Die Initiative baue auf „Deutschlands herausragenden Industriedaten, seiner Fertigungskompetenz und seiner Expertise im Ingenieurswesen auf“, erklärte die Bundesregierung weiter. Sie stellte in Aussicht, dass Nvidia für die „Entwicklung spezialisierter, offener Modelle für industrielle KI“ sein „bisheriges Engagement mit deutschen Partnern erweitern“ werde.
Merz und Huang auf der Bühne des „Invest in Germany Summit“ im Kraftwerk BerlinHierfür werde Nvidia seine Zusammenarbeit mit deutschen Partnern ausbauen, hieß es weiter. Der Konzern mache seine KI-Modelle künftig neben der Großindustrie auch kleineren und mittleren Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen zugänglich. Die Verschmelzung von klassischem Ingenieurswissen mit moderner Technologie solle die Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität Deutschlands sichern.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) eröffnete am Montag den zweitägigen internationalen Investitionsgipfel in Berlin. Bei dem Gipfel wurden etwa 200 Unternehmenschefs aus dem In- und Ausland erwartet, darunter auch Nvidia-Chef Jensen Huang, der am Montagabend auf der Bühne mit Merz sprach.
Nvidia-Chef sieht Deutschland „weit abgehängt“
Vor dem Investitionsgipfel beklagte Huang den technologischen Rückstand Deutschlands. „Nichts schmerzt mich mehr, als zu sehen, dass eines der technologisch fortschrittlichsten Länder so weit abgehängt wird“, sagte der 63-Jährige vor Journalisten in London, wie der US-Sender CNBC berichtet. Gemeint war Deutschland.
Als möglichen Grund nannte Huang die europäische Herangehensweise. „Vielleicht liegt es an der europäischen Art, alles zu sehr zu zerdenken“, sagte er. „Deutschland hat so viel, so viel Talent – macht euch einfach an die Arbeit.“
Merz wirbt um Investitionen – „Deutschland ist bereit“
Bundeskanzler Merz warb während des Gipfels für Investitionen in Deutschland: „Deutschland ist offen für Investitionen, Deutschland ist offen für Geschäfte – und Deutschland ist bereit, schneller zu wachsen.“ Merz sprach von einer neuen Ära der Investitionen in Deutschland. Deutschland sei ein stabiler und verlässlicher Partner.
„Wir stecken mitten in einem grundlegenden wirtschaftlichen und technologischen Wandel“, sagte Merz. Dieser werde durch die Künstliche Intelligenz vorangetrieben.
Mit Blick auf das schuldenfinanzierte, staatliche Milliarden-„Sondervermögen“ des Staates zur Modernisierung der Infrastruktur und für Klimaschutz sagte Merz, Deutschland unternehme die größte Modernisierungsoffensive seiner jüngeren Geschichte. Außerdem betonte er massiv gestiegene Verteidigungsausgaben. Auf EU-Ebene werde der Ausbau des Binnenmarkts vorangetrieben.
Merz bekräftigte den Reformkurs der Bundesregierung. Er nannte den Abbau bürokratischer Hürden, die Digitalisierung der Verwaltung sowie Reformen der Sozialsysteme. Der Gipfel sei eine Einladung an Investoren, sich an der Modernisierungsoffensive zu beteiligen.
Am Dienstag wird der Investitionsgipfel an einer privaten Wirtschaftshochschule fortgesetzt. Ziel der Bundesregierung ist es, mehr private Investoren nach Deutschland zu locken.
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