Das Werkstattgeschäft steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Kunden kommen seltener in die Werkstatt, Elektrofahrzeuge benötigen weniger Wartung und gleichzeitig steigen die Kosten. Vor diesem Hintergrund hat die Beratungsgesellschaft Promotor ein dreistufiges Konzept vorgestellt, das Herstellern, Importeuren und Handelsbetrieben helfen soll, ungenutzte Ertragspotenziale zu erschließen.
Im Mittelpunkt stehen der "ServiceReport", das "ServiceBriefing" sowie das "Aftersales Performance Cockpit" (APC). Die Module bauen aufeinander auf und sollen von der Analyse bis zur operativen Umsetzung reichen.
Weniger Werkstattkontakte erhöhen den Druck
Die Herausforderungen im Servicegeschäft nehmen zu. Nach Angaben von Promotor sank die Wartungshäufigkeit im vergangenen Jahr auf durchschnittlich 0,97 Arbeiten pro Fahrzeug. Gleichzeitig gingen auch Reparaturen zurück. Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei batterieelektrischen Fahrzeugen, die noch seltener Werkstätten aufsuchen als Benziner oder Diesel.
Parallel dazu öffnet sich die Preisschere zwischen markengebundenen und freien Werkstätten weiter. Für Autohäuser entsteht daraus eine schwierige Kombination aus sinkender Frequenz, steigenden Kosten und wachsender Preissensibilität der Kunden.
ServiceReport analysiert das gesamte Netz
Mit dem ServiceReport richtet sich Promotor vor allem an Hersteller und Importeure. Das Instrument wertet Kennzahlen wie Stundenverrechnungssätze, Teilepreise, Schadensarten oder das Versicherungsgeschäft auf Netzwerkebene aus. Dadurch sollen Verantwortliche erkennen können, in welchen Regionen Abweichungen auftreten und wo wirtschaftliche Potenziale ungenutzt bleiben.
Laut Anbieter können bereits Unterschiede beim Stundenverrechnungssatz erhebliche Auswirkungen haben. Liegt dieser in einer Region beispielsweise acht Euro höher als in einer vergleichbaren Region, könne dies bei 10.000 verrechneten Arbeitsstunden rund 80.000 Euro zusätzlichen Umsatz pro Jahr bedeuten.
Betriebsanalyse macht Potenziale sichtbar
Das ServiceBriefing betrachtet anschließend den einzelnen Standort. Dabei werden Produktivität, Kalkulationsmuster, Teilepreise oder das Versicherungsgeschäft mit regionalen Vergleichswerten abgeglichen.
Die Analyse soll konkrete Schwachstellen und Verbesserungschancen aufdecken. Bereits eine Steigerung der Werkstattproduktivität um wenige Prozentpunkte könne laut Promotor zusätzliche Erlöse im fünfstelligen Bereich ermöglichen.
Auch organisatorische Themen rücken in den Fokus. So lasse sich etwa durch effizientere Prozesse im Servicebereich mehr Zeit für Kundenberatung und Zusatzverkäufe schaffen, hieß es.
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Performance Cockpit begleitet die Umsetzung
Mit dem Aftersales Performance Cockpit folgt schließlich die operative Steuerung. Das System überwacht Kennzahlen wie Kundenbindung, Produktivität, Auftragswert oder Deckungsbeitrag und macht Abweichungen über Zielkorridore und Ampellogiken sichtbar.
Ziel ist es, Maßnahmen nicht nur zu definieren, sondern deren Wirkung dauerhaft zu verfolgen. Nach Angaben von Promotor können dadurch zusätzliche Erträge im fünf- bis sechsstelligen Bereich pro Jahr realisiert werden.
Daten als Grundlage für bessere Entscheidungen
Die drei Werkzeuge basieren auf Markt- und Kalkulationsdaten aus dem DAT-Datalake sowie auf Erfahrungswerten aus Aftersales-Projekten. Dadurch sollen nicht allgemeine Marktanalysen, sondern konkrete Vergleiche für Netzwerke, Regionen und einzelne Betriebe möglich werden.
"Wir sorgen für Transparenz. Wir machen sichtbar, wo das Netz steht, was im einzelnen Betrieb passiert und wie erkannte Hebel konsequent umgesetzt werden. Gerade für den Handel ist die Situation kritisch. Jetzt ist der Zeitpunkt, Daten, Beratung und Steuerung zu verbinden und wirtschaftliche Potenziale zu sichern", erklärte Andreas Serra, Geschäftsführer von Promotor.
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