Elektromobilität verändert nicht nur die Fahrzeuge, sondern auch die Rolle der Autohäuser. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) sieht in Ladeinfrastruktur, Batteriespeichern und Photovoltaikanlagen die Grundlage für neue Geschäftsmodelle. Gemeinsam mit dem Energiedienstleister Cubos zeigt der Verband beim "Tag der Elektromobilität – Energie. Batterie. Zukunft." in Wolfsburg, wie Kfz-Betriebe künftig vom Energieverbraucher zum Energie-Hub werden könnten.
Strom intelligent nutzen statt nur verbrauchen
Viele Autohäuser verfügen bereits über Photovoltaikanlagen und Ladepunkte für Elektrofahrzeuge. Der nächste Entwicklungsschritt besteht laut ZDK darin, diese Systeme intelligent miteinander zu vernetzen. Selbst erzeugter Strom kann direkt genutzt, gespeichert oder zu einem späteren Zeitpunkt eingesetzt werden. Dadurch lassen sich Lastspitzen reduzieren und Energiekosten senken.
"Elektromobilität eröffnet Autohäusern und Kfz-Betrieben neue Geschäftsfelder – vom Laden bis zur Energieversorgung. Wer Flächen, Ladeinfrastruktur und Energieanlagen intelligent verknüpft, kann Kosten senken und neue Geschäftsfelder erschließen. So wird der Betrieb vom Energieverbraucher zum Energie-Hub", erklärte Marcus Weller, Leiter der Abteilung Wirtschaft beim ZDK.
E-Autos als rollende Stromspeicher
Besonders großes Potenzial schreiben die Initiatoren dem bidirektionalen Laden zu. Dabei können E-Autos nicht nur Energie aufnehmen, sondern diese auch wieder abgeben. Künftig könnten Fahrzeugbatterien beispielsweise Gebäude mit Strom versorgen ("Vehicle to Building") oder Energie ins öffentliche Netz zurückspeisen ("Vehicle to Grid"). Nach Angaben der RWTH Aachen beläuft sich die mobile Speicherkapazität der rund 2,2 Millionen batterieelektrischen Fahrzeuge in Deutschland bereits heute auf rund 142 Gigawattstunden und liegt damit deutlich über der Kapazität stationärer Batteriespeicher.
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"Wir haben in Deutschland bereits heute eine enorme Speicherkapazität auf vier Rädern. Für unsere Betriebe stellt sich deshalb die Frage, wie sie dieses Potenzial wirtschaftlich nutzen können", so Weller weiter. "Fahrzeuge, Flächen, Kundenkontakte und Ladeinfrastruktur sind dafür wichtige Voraussetzungen. Daraus können neue Geschäftsmodelle entstehen."
Cubos zeigt Praxislösungen
Ausgerichtet wird die Veranstaltung am Standort von Cubos in Wolfsburg. Das Unternehmen zählt mit mehr als 16.000 Ladepunkten zu den führenden Charge Point-Operatoren in Deutschland und bietet integrierte Energie- und Ladelösungen für Unternehmen an.
Auf dem Programm stehen den Angaben zufolge Workshops zu Energiemanagement, Batteriediagnostik, THG-Quoten und bidirektionalem Laden. Darüber hinaus erhalten die Teilnehmer Einblicke in die praktische Umsetzung moderner Energiekonzepte.
"Ein Ladepunkt allein ist für ein Autohaus erst einmal ein teurer Stromzähler. Wer aber Erzeugung, Speicher, Software und Ladepunkt in einer Hand zusammenbringt, schöpft mehr Wert aus der Ladeinfrastruktur", sagte Christian Rühe, Chief Technology Officer von Cubos. "So wird Strom im Betrieb spürbar günstiger, teure Lastspitzen lassen sich vermeiden und es entstehen neue Erlösquellen."
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