Der britische Sänger Boy George hat am Wochenende seinen Auftritt beim Festival „Die 80er Live“ im Waldstadion in Frankfurt am Main nach weniger als 15 Minuten abgebrochen. Der 65-Jährige verließ am Samstagabend nach Tonproblemen die Bühne des Waldstadions und wurde von Teilen der rund 28.000 Zuschauer ausgebuht. Anschließend warf er den Tontechnikern in einem mittlerweile gelöschten Beitrag auf X vor, seinen Auftritt absichtlich sabotiert zu haben.

Boy George war zunächst laut einem Bericht der „Hessenschau“ begeistert empfangen worden. Er freue sich auf seinen ersten Auftritt, seit er gecancelt worden sei, habe der frühere Sänger von Culture Club das Publikum begrüßt. Damit meinte er Anfeindungen, die er für seinen proisraelischen Song „We Will Dance Again“ erhalten hatte.

Doch die Vorstellung habe nur zwei Songs gedauert, heißt es. Der Sänger habe Probleme mit seinen In-Ear-Monitoren angedeutet, er habe wohl seine Mitmusiker nicht richtig hören können. Ohne weitere Erklärung sei er schließlich von der Bühne gestürmt.

Boy George macht Tontechniker für Probleme verantwortlich

In einem inzwischen gelöschten X-Beitrag, über den die „Bild“-Zeitung und die „Jüdische Allgemeine“ berichten, erhob der Sänger schwere Vorwürfe gegen die Tontechniker. „Die großen Jungs an den Monitoren auf der Bühne haben beschlossen, meinen Auftritt zu sabotieren“, schrieb er. Die In-Ear-Monitore seien so laut gewesen, dass er seine eigene Stimme kaum habe hören können. Als er darum gebeten habe, sie leiser zu stellen, seien sie noch lauter gedreht worden. „Ich gebe schon sehr lange Konzerte und ich erkenne den Gestank von Sabotage.“

Seine Ohren seien durch die Lautstärke beeinträchtigt worden, sodass er in London einen Arzt aufsuchen müsse, erklärte Boy George weiter. „Was für ein trauriger Abend. Danke für die Buhrufe“, schrieb er. In einem weiteren Beitrag schrieb der Sänger, er habe den X-Post gelöscht, weil es am Ende wohl ein Rätsel bleiben werde. Er habe schon genug Hass, mit dem er sich auseinandersetzen müsse.

Veranstalter Markus Krampe wies die Vorwürfe gegenüber der „Bild“-Zeitung zurück. Weder die Techniker noch Boy Georges Tourmanager hätten einen Fehler festgestellt, obwohl sie denselben Ton gehört hätten. Der Sänger hätte zudem seine In-Ear-Monitore entfernen und über die vorhandenen Monitorboxen weitersingen können. Krampe kündigte rechtliche Schritte an: „Wir haben einen Anwalt eingeschaltet und wollen die Gage zurück.“

Boy George: „Ich habe im Moment die besten Anwälte. Es sind Juden“

Der Auftritt fand wenige Tage nach einer Kontroverse um Boy Georges proisraelischen Song „We Will Dance Again“ statt. Darin erinnert er an die Opfer des Hamas-Angriffs auf das Supernova-Musikfestival am 7. Oktober 2023 und bekundet seine Solidarität mit Israel. Der Sänger hatte anschließend von heftigen Anfeindungen berichtet und erklärt, wegen seiner Haltung mehrere persönliche und berufliche Beziehungen beendet zu haben.

Kurz vor seinem Auftritt in Frankfurt hatte der 65-Jährige auf X geschrieben: „‚Solange Israel auf dieser Erde existiert, wird es keinen Frieden geben.’ Wenn dieser Satz für Euch mehrdeutig ist, verpisst Euch aus meiner Timeline. Vertraut mir: Ich habe im Moment die besten Anwälte. Es sind Juden! :)“

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