Angesichts der verschärften US-Rhetorik um eine Angliederung Grönlands plädieren dänische Politiker für internationale Truppen auf der Insel – zum Teil explizit aus Deutschland.

„Es wäre klug, Verbündete aus Frankreich und Deutschland willkommen zu heißen, um Grönland so schnell wie möglich zu verteidigen, damit der Preis einer militärischen Invasion für die Amerikaner extrem hoch ausfällt“, sagte Rasmus Jarlov (K) von der Konservativen Volkspartei in einem Interview mit dem dänischen Sender TV2. Jarlov ist zudem Vorsitzender des Verteidigungsausschusses.

„Wir müssen klarmachen, dass es ein bewaffneter Konflikt wäre“ – Dänische Politiker wollen Militärpräsenz

Der Vorsitzende der sozialistischen Einheitsliste, Pelle Dragsted, sagte dem Bericht zufolge, Dänemark solle gegenüber eintreffenden Amerikanern mit „patriotischen Gedanken“ die Zähne zeigen. „Es darf nicht so sein, dass man einfach mit einem Hubschrauber in Nuuk landen und die amerikanische Flagge hissen kann. Wir müssen klarmachen, dass es ein bewaffneter Konflikt wäre, wenn die Amerikaner diesen Weg gehen“, sagte er.

Auch die sozialliberale Partei Radikale Venstre steht internationalen Truppen aufgeschlossen gegenüber, allerdings nicht als Kriegsvorbereitung, sondern aufgrund der Signalwirkung, sagte der verteidigungspolitische Sprecher Stinus Lindgreen (RV). Einen bewaffneten Konflikt mit den USA hielt er jedoch nicht für realistisch und bezeichnete ein solches Szenario als reinen „Selbstmord“ für Dänemark.

Die verteidigungspolitische Sprecherin der grünen Partei der Alternativen, Sascha Faxe, sagte: „Das hier ist keine Symbolpolitik mehr. Wir sind real unter Angriff“. Eine militärische Präsenz müsse echter Abschreckung dienen. Auch der Sozialdemokrat Simon Kollerup hieße mehr militärische Präsenz von Verbündeten willkommen.

Kritik kam von der rechten Partei Danmarksdemokraterne. „Wir haben kein Interesse an einer Eskalation, und die USA haben auch kein Interesse daran, Grönland in die Luft zu jagen“, sagte der verteidigungspolitische Sprecher Dennis Flydtkjær. Das US-Interesse an Grönland sei aus Sicherheitsperspektive begründet. Man solle daher versuchen, mit den Amerikanern zusammenzuarbeiten.

Das Weiße Haus schloss zuletzt einen Militäreinsatz ausdrücklich nicht aus, um Grönland an sich zu binden. US-Außenminister Marco Rubio sprach Berichten zufolge dagegen von einem Kauf der autonomen Arktisinsel.

Dänemark hatte den US-Anspruch auf Grönland und die militärischen Drohungen entschieden zurückgewiesen. Regierungschefin Mette Frederiksen sagte: „Wenn die USA ein anderes Nato-Land angreifen, dann ist alles vorbei“ Das wäre das Ende des westlichen Verteidigungsbündnisses und damit auch der seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bestehenden Sicherheitsarchitektur. In einer gemeinsamen Erklärung hatten zudem mehrere europäische Länder ihre Solidarität mit Grönland bekundet.

US-Vizepräsident J.D. Vance sagte am Abend, dass es Präsident Donald Trump mit seinen Äußerungen zu Dänemark ernst meine. „Mein Rat an die europäischen Staats- und Regierungschefs und alle anderen wäre, den Präsidenten der Vereinigten Staaten ernst zu nehmen“, antwortete Vance, als er am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus zu Grönland befragt wurde.

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