Ein zweiter Angriff auf Venezuela ist laut US-Präsident Donald Trump vorerst abgesagt. Als Gründe nannte er auf seiner Onlineplattform Truth Social unter anderem die Freilassung von politischen Gefangenen in dem südamerikanischen Land und die gute Zusammenarbeit der beiden Länder unter anderem bei der Öl- und Gasinfrastruktur.
Die Regierung in Caracas hatte zuvor die Freilassung zahlreicher venezolanischer und ausländischer Häftlinge angekündigt, darunter sollen Medienberichten zufolge prominente Oppositionelle wie die Menschenrechtlerin Rocío San Miguel sein. „Dies ist eine sehr wichtige und kluge Geste“, schrieb der US-Präsident. Eine zweite Angriffswelle sei darum nicht nötig. Zugleich warnt Trump: „Alle Schiffe bleiben aus Sicherheitsgründen vor Ort.“
Zudem kooperiere Venezuela bei künftigen Öl- und Gasgeschäften. Die großen Ölkonzerne in Amerika würden mindestens 100 Milliarden Dollar in Venezuela investieren. „Ich werde mich heute mit ihnen im Weißen Haus treffen“, kündigte Trump an. Die venezolanische Öl- und Gasinfrastruktur solle „in einer wesentlich größeren, besseren und moderneren Form“, wiederaufgebaut werden, so Trump.
Der US-Präsident hat gerade erst eine lange andauernde US-Aufsicht über Venezuela in Aussicht gestellt. „Nur die Zeit wird es zeigen“, sagte Trump in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview der „New York Times“. Auf die Frage, ob die Aufsicht drei Monate, sechs Monate, ein Jahr oder länger dauern werde, sagte er: „Ich würde sagen, viel länger.“ Man werde Venezuela „sehr profitabel wiederaufbauen“, erklärte Trump. „Wir werden Öl verwenden, und wir werden Öl nehmen.“ Die USA kämen mit der Regierung der Übergangspräsidentin Delcy Rodriguez derzeit „sehr gut aus“.
Zuvor hatte Trump am Dienstag einen milliardenschweren Plan vorgestellt, bis zu 50 Millionen Barrel venezolanisches Öl zu raffinieren und zu verkaufen. Wegen einer US-Blockade konnte Venezuela das Öl zuvor nicht exportieren. Beobachter werten dies als weiteres Zeichen für die Koordination der Washingtoner Regierung mit der venezolanischen Führung.
Die Zusammenarbeit begann nach der Gefangennahme des bisherigen Machthabers Nicolás Maduro bei einer US-Militärintervention am vergangenen Wochenende. „Sie geben uns alles, was wir für notwendig halten“, sagte Trump mit Blick auf die venezolanische Regierung.
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