Russland hat die Entsendung von Soldaten aus Deutschland und anderen Nato-Ländern nach Grönland kritisiert. Die Militärmission auf der Arktik-Insel „bereitet uns große Sorge“, erklärte die russische Botschaft in Brüssel, wo sich der Sitz der Nato befindet, am späten Mittwochabend. Die Nato verstärke ihre militärische Präsenz in der Region „unter dem falschen Vorwand einer wachsenden Bedrohung durch Moskau und Peking“.
Die russische Botschaft warf der Nato vor, die Erklärungen der USA zu Grönland „zu nutzen, um ihre antirussische und antichinesische Agenda voranzutreiben“. Die Arktis müsse „ein Gebiet des Friedens, des Dialogs und der fairen Zusammenarbeit bleiben“.
Vor dem Hintergrund der US-Drohung, Grönland zu übernehmen, haben Deutschland, Frankreich, Schweden und Norwegen angekündigt, Soldaten auf die Arktis-Insel zu entsenden.
Die Bundeswehr will 13 Soldaten für diese Erkundungsmission auf die Insel schicken, die im Rahmen der von Dänemark organisierten Übung „Arctic Endurance“ vor Ort sein sollen. 15 französische Soldaten trafen nach Angaben aus Paris bereits in der grönländischen Hauptstadt Nuuk ein. Deutschland soll dabei die Führung der europäischen Mission übernehmen, berichtet die Agentur Bloomberg.
Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen sagte am Mittwoch nach einem Gespräch mit US-Vertretern, Präsident Donald Trump wolle Grönland weiterhin „erobern“. Dänemark und die USA hätten nach wie vor „unterschiedliche Positionen“ in dem Punkt.
Zudem entsendet Schweden „mehrere Offiziere“, Norwegen zwei Personen und Großbritannien einen Offizier. Das Erkundungsteam besuche die Insel im Vorfeld der geplanten Übung „Arctic Endurance“, sagte der britische Verteidigungsminister John Healey gegenüber Journalisten in Schweden. Dänemark erklärte am Mittwoch, die Übung mit Nato-Verbündeten werde dauerhaft etabliert.
US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder betont, Grönland übernehmen zu wollen. Er schloss dabei auch militärische Mittel nicht aus. Er begründete die Pläne mit Sicherheitsinteressen in der Arktis und verwies auf zunehmende Aktivitäten Chinas und Russlands in der Region.
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