• Eine neue soziale E-Autoprämie – Berechnung nach Einkommen und Kinderzahl.
  • Für geförderte reine Stromer und Hybrid-Autos gelten bestimmte Auflagen.
  • Comeback nach zwei Jahren lässt auch deutsche Autobauer hoffen.
  • Kritik kommt von Autoindustrie und Grünen.

Die Bundesregierung hat ein neues E-Auto-Förderprogramm für Privathaushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis höchstens 80.000 Euro aufgelegt. Grundförderbetrag sind 3.000 Euro. Für Haushalte mit einem Einkommen von maximal 60.000 Euro steigt die Prämie auf 4.000 Euro, für Haushalte unter 45.000 Euro Jahreseinkommen auf 5.000 Euro. Dazu kommt ein Kinder-Bonus.

So wird das zu versteuernde Jahreseinkommen berechnet

Das zu versteuernde Jahreseinkommen wird vom Finanzamt ermittelt und im Steuerbescheid ausgewiesen. Bei der Berechnung werden von der Summe der Einkünfte (z.B. aus selbständiger oder nichtselbständiger Arbeit, Mieteinnahmen, etc.) Sonderausgaben, Vorsorgeaufwendungen, individuelle Freibeträge etwa für Kinder und außergewöhnliche Belastungen abgezogen.

Die Förderung soll rückwirkend für seit dem 1. Januar 2026 neu zugelassene Wagen gelten, wie das Bundesumweltministerium mitteilte. Das Geld könne voraussichtlich ab Mai 2026 beantragt werden. Insgesamt stehen drei Milliarden Euro für das Programm bereit. Das Ministerium rechnet mit einer Förderung von bis zu 800.000 Fahrzeugen bis 2029.

Für einkommensschwache Familien bis zu 6.000 Euro Prämie möglich

Autos mit rein elektrischem Antrieb werden mit mindestens 3.000 Euro gefördert. Für den Kauf von Plug-in-Hybriden und Elektroautos mit sogenanntem Range-Extendern soll es 1.500 Euro Grundförderung geben. Technische Vorausaussetzung sind Automodelle, die maximal 60 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen oder rein elektrisch mindestens 80 Kilometer Reichweite haben.

Um Familien besonders zu unterstützen, erhöht sich die Fördersumme pro Kind um 500 Euro auf maximal 1.000 Euro. Die Berechnung der Fördergrenze steigt bei zwei Kindern auf 90.000 Euro zu versteuernden Jahreseinkommen. Der Höchstfördersatz bei einem Haushaltsjahreseinkommen bis 45.000 Euro und zwei Kindern beträgt somit 6.000 Euro.

Comeback nach zwei Jahren lässt auch deutsche Autobauer hoffen

Eine Kaufprämie für E-Autos gab es schon vor zehn Jahren. Der damalige Umweltbonus für Privatleute und Unternehmen war aber Ende 2023 von der Ampel-Koalition gestrichen worden, nachdem das Bundesverfassungsgericht den Haushalt als verfassungswidrig eingestuft hatte und die Ampel zu Milliardeneinsparungen gezwungen war. Das sorgte 2024 für einen Einbruch bei den Neuzulassungen von E-Autos. 

Das sind jetzt richtig geile Autos, die von deutschen Herstellern auf dem Markt sind. 

Carsten SchneiderBundesumweltminister

Von der Neuauflage der Prämie dürften auch die deutschen Auto-Konzerne profitieren. Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes kamen vergangenes Jahr die elf am häufigsten neu zugelassenen reinen Elektroauto-Modelle aus dem VW-Konzern oder der BMW-Gruppe. Bei Plug-in-Hybriden ist die Situation nicht ganz so deutlich, doch auch hier kommen sieben der zehn beliebtesten Modelle von BMW, Mercedes oder aus dem VW-Konzern.

Kritik von Autobauern und Grünen

Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller sieht bei der Förderprämie trotzdem erheblichen Nachbesserungsbedarf. Präsidentin Imelda Labbé nannte es eine "verschenkte Chance", dass gebrauchte E-Autos nicht gefördert würden: "Denn Familien und Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen kaufen meist einen Gebrauchtwagen."

Bei den Grünen stießen die Pläne auf Kritik, da die hohen Einkommensgrenzen die Pläne sozial ungerecht machten. Außerdem schade die Förderung von Hybridfahrzeugen dem Klimaschutz.

dpa,AFP (ans)

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