Die Bundesregierung fördert wieder den Kauf oder das Leasen von Elektroautos. Doch nicht jeder begrüßt die Entscheidung. Die Grünen im Bundestag lehnen die neue E-Auto-Prämie als unsozial ab und legen einen eigenen Punkte-Plan vor. „Die von der Bundesregierung vorgeschlagene Förderung ist eine unsoziale Mogelpackung“, sagte die verkehrspolitische Fraktions-Sprecherin, Swantje Michaelsen, dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“. Große Verbrennungsmotoren für Gutverdienende benötigten keine Steuergelder.
In ihrem Punkte-Plan fordert die Fraktion, ausschließlich emissionsfreie Elektroautos zu fördern. Kinderlose Haushalte sollten zudem nur bis zu einem Jahreseinkommen von 45.000 Euro Zuschüsse erhalten, Haushalte mit Kindern bei bis zu 70.000 Euro.
Neben einer Basisförderung von 4000 Euro schlagen die Grünen zudem 500 Euro zusätzlich für jedes Kind vor. „Kinderreiche Familien würden besonders profitieren, weil sich die Fördersumme pro Kind erhöht“, betonte Michaelsen.
Auch sollte die Förderung sich auf Autos aus Europa und einen Listenpreis von höchstens 35.000 Euro beschränken, bei Familien auf 45.000 Euro. „Wir wollen kompakte, bezahlbare E-Autos fördern“, heißt es in dem Plan, den Michaelsen gemeinsam mit dem grünen Wirtschaftsexperten Julian Joswig verfasst hat. Mitnahmeeffekte bei teuren Modellen dürften nicht riskiert werden.
Die neue E-Auto-Prämie der Bundesregierung
Zum Vergleich, die Prämie der Bundesregierung sieht eine Förderung von Autos mit rein elektrischem Antrieb mit mindestens 3000 Euro vor. Für den Kauf von Plug-in-Hybriden und Elektroautos mit sogenanntem Range-Extendern, bei denen ein kleiner Verbrenner-Motor die Batterie aufladen kann, soll es 1500 Euro Basis-Förderung geben.
Damit Familien extra unterstützt werden, erhöht sich die Fördersumme pro Kind um 500 Euro auf weitere maximal 1000 Euro, teilte das Bundesumweltministerium mit. Zudem sollen Haushalte mit weniger als 60.000 Euro beziehungsweise 45.000 Euro Jahreseinkommen jeweils noch einmal mehr Geld bekommen.
Fast jeder Zweite hält Kaufprämie für sozial ungerecht
Ähnlich sehen es auch viele Bundesbürger. Laut Umfrage der „Bild“ lehnt fast jeder zweite Bundesbürger die Prämie aus sozialen Gründen ab. Demnach halten 45 Prozent der Befragten die Prämie für sozial ungerecht oder eher sozial ungerecht. Lediglich gut ein Drittel (35 Prozent) findet sie sozial gerecht oder eher sozial gerecht. Auch bei der Frage nach der Sinnhaftigkeit der Prämie überwiegen die Skeptiker: 44 Prozent halten sie nicht für sinnvoll, 40 Prozent hingegen schon.
Gespalten zeigten sich die Befragten bei der Frage, ob die Prämie den Absatz von E-Fahrzeugen steigern wird. Jeweils 43 Prozent erwarten einen höheren Absatz beziehungsweise rechnen nicht damit.
Für die Umfrage wurden vom 16. bis 19. Januar 2026 insgesamt 1002 Wahlberechtigte befragt.
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