Durch das Chaos in Syrien steigt deutschen Sicherheitsbeamten zufolge auch hierzulande die Terrorgefahr. Die Angriffe syrischer Regierungstruppen auf kurdische Kräfte verhalfen einer unbekannten Zahl dort inhaftierter Anhänger des „Islamischen Staates“ (IS) zur Flucht, auch WELT hatte berichtet.
„Die Lage ist gefährlich – deutsche IS-Dschihadisten aus Syrien könnten unkontrolliert zurückkommen“, sagte Jochen Kopelke, der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), dem Berliner „Tagesspiegel“. „Einige der seit Jahren mit ihresgleichen in Syrien einsitzenden Islamisten könnten auf Rache sinnen.“
In Syrien sitzen tausende ehemalige Dschihadisten, darunter viele Ausländer, in sieben Gefängnissen. Das größte Lager für Familien von IS-Kämpfern in der Region ist Al-Hol. Dort leben etwa 24.000 Menschen, darunter 15.000 Syrer sowie rund 6300 ausländische Frauen und Kinder aus 42 Ländern.
Geflohene Islamisten könnten als Bundesbürger nach Deutschland einreisen
Zuletzt befand sich in Syrien eine „niedrige bis mittlere zweistellige Zahl“ bundesdeutscher Dschihadisten in Haft, dazu ähnlich viele Islamisten mit „Deutschlandbezug“ ohne hiesige Staatsbürgerschaft, teilte das Auswärtige Amt (AA) der Zeitung zufolge im Jahr 2025 mit.
Geflohene Islamisten können als Bundesbürger nach Deutschland einreisen, die Behörden dürften dies nicht verhindern. Nach „Tagesspiegel“-Informationen wird in Justizkreisen darüber gesprochen, dass zumindest nach aktueller Aktenlage nicht jeder der circa 30 bislang in Syrien befindlichen deutschen IS-Männer hierzulande mit Untersuchungshaft rechnen müsse.
GdP-Chef Kopelke forderte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf, angesichts der IS-Gefahr den neuen Nationalen Sicherheitsrat tagen zu lassen. Union und SPD hatten sich im Koalitionsvertrag auf die Bildung eines Sicherheitsrates verständigt, in dem der meist zu Rüstungsfragen arbeitende Bundessicherheitsrat und das Sicherheitskabinett verschmolzen: Der neue Rat tagt „zu übergreifenden Angelegenheiten der nationalen Sicherheit“.
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