Der Verteidigungsexperte Carlo Masala sieht eine hohe Dringlichkeit beim Aufbau einer europäischen Verteidigung. „Allein die Drohung, das Territorium eines Alliierten anzugreifen, ändert alles“, sagte der Politikwissenschaftler im Interview mit dem Briefing „Geoökonomie“ von „Süddeutsche Zeitung Dossier“. „Das ist für mich bereits das Ende der Nato, wie wir sie kennen“.
Auch ohne formellen Austritt der USA sei das Bündnis in seiner bisherigen Form faktisch am Ende, weil Europa sich nicht mehr auf die Sicherheitsgarantien verlassen könne. „Wir erleben die letzten Tage der Nato, so wie wir sie kannten“, sagte der Professor für Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr München.
Masala glaubt, dass sich eine Koalition der Willigen innerhalb Europas zusammentun müsse, um die Verteidigung des Kontinents zu organisieren. „EU-Europa traue ich eine gemeinsame Antwort nicht zu.“
Während Ungarn und die Slowakei möglicherweise nicht mitziehen, seien Norwegen und Großbritannien wichtige Staaten für die Verteidigung. Entscheidend sei nun ein schneller Ausbau europäischer Fähigkeiten bei Satelliten und Langstreckenwaffen.
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