Die Deutschen sorgen sich vor allem um das Bildungssystem im Land. Das zeigen die Ergebnisse der jüngsten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „Forsa“. Demnach gaben 90 Prozent der Befragten „Probleme im Bildungssystem“ als größte Sorge an.

Unmittelbar lebensbedrohliche Situationen schätzen die Menschen dagegen deutlich weniger groß ein. So bewerten vergleichsweise geringe 70 Prozent die Kategorie „Islamistischer Terror“ und 69 Prozent die Kategorie „mögliche militärische Konflikte oder Kriege, die auch Deutschland betreffen könnten“ als sehr starke oder starke Bedrohung.

Stattdessen nennen die Deutschen nach Bildungsproblemen als weitere große Sorgen die „Zunahme gesellschaftlicher Spannungen und Konflikte“ (88 Prozent), die „wachsenden Unterschiede zwischen Arm und Reich“ (85 Prozent) sowie „verfallende Infrastruktur“ (83 Prozent).

Am wenigsten stufen die Deutschen die „weitere Aufnahme von Geflüchteten und die damit verbundenen Herausforderungen“ (63 Prozent), den „Klimawandel und Naturkatastrophen“ (63 Prozent) sowie eine „Zunahme von Linksextremismus“ (53 Prozent) als starke Gefahr ein.

Der Deutsche Philologenverband (DPhV) sagte dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND), dass er aus den Zahlen keinen „Abgesang auf das Bildungssystem“ ableite. Stattdessen müsse man es als Auftrag an die Politik verstehen, Bildung als Zukunftsaufgabe zu sehen. DPhV-Bundesvorsitzende Susanne Lin-Klitzing sagte: „Wenn Politik jetzt konsequent in Bildung investiert und Leistungsförderung stärkt, kann aus der aktuellen Problemdiagnose eine Erfolgsgeschichte werden.“

Vor allem den Wählern der Oppositionsparteien bereitet das Bildungssystem Sorgen. Grüne (93 Prozent), Linke und AfD (jeweils 95 Prozent) erkennen eine starke Gefahr für die Zukunft darin. Bei der SPD und der Union fallen die Werte mit 79 Prozent beziehungsweise 80 Prozent geringer aus. Ähnlich sieht es auch bei der Zunahme gesellschaftlicher Spannungen aus. Unions- (79 Prozent) und SPD-Anhänger (82 Prozent) sehen darin eine geringere Gefahr als Wähler der Grünen (92 Prozent), Linkspartei (94 Prozent) und AfD (93 Prozent).

Generell zeigen sich Unterschiede bei der Bewertung von Gefahren nach Parteianhängerschaft. So bewerten Wähler der SPD, Linkspartei und Grünen Naturkatastrophen und den Klimawandel sowie Unterschiede zwischen Arm und Reich als deutlich gefährlicher. Für die AfD-Wähler ist dagegen die zunehmende Gewalt (95 Prozent) sowie Islamistischer Terror (94 Prozent) eine starke Gefahr. Auch die Union sieht in diesen Punkten eher eine Gefahr für die Zukunft als die SPD, Grüne und Linke, jedoch in deutlich geringerem Maße als die AfD.

Die „Forsa“-Umfrage wurde im Auftrag des Deutschen Beamtenbundes dbb durchgeführt. Die Meinungsforscher haben dazu 1004 Menschen am 18. Und 19. Dezember befragt.

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