In der Debatte über den hohen Krankenstand in Deutschland attestiert SPD-Fraktionschef Matthias Miersch Bundeskanzler Friedrich Merz eine falsche Wahrnehmung. „Friedrich Merz irrt sich“, sagte Miersch dem Portal „t-online“. Die Frage, ob die Deutschen zu faul seien und den Hinweis, dass Merz den hohen Krankenstand kritisiere und finde, die Deutschen müssten mehr arbeiten, verneinte Miersch.
Vielmehr machten die Deutschen zu viele Überstunden, betonte der SPD-Politiker. Sie kümmerten sich nebenbei um ihre Familien, pflegten ihre Angehörigen und seien als Ehrenamtliche sozial engagiert. Er kenne viele Menschen mit einem Zweitjob, weil sie sonst nicht über die Runden kämen.
Darum müssten gerade kleinere und mittlere Einkommen entlastet werden. Viele Eltern wollten auch mehr arbeiten, könnten aber nicht, weil sie keine Kinderbetreuung fänden oder sie sich nicht leisten können.
Merz hatte unlängst bei einem Wahlkampfauftritt in Baden-Württemberg beklagt, dass die Beschäftigten in Deutschland im Schnitt auf 14,5 Krankentage im Jahr kämen. „Das sind fast drei Wochen, in denen die Menschen in Deutschland aus Krankheitsgründen nicht arbeiten. Ist das wirklich richtig? Ist das wirklich notwendig?“, fragte der CDU-Vorsitzende und nahm die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung ins Visier.
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