Die Sorge vor einem US-Angriff auf den Iran ist am Persischen Golf groß. Im Zentrum von Teheran warnt das Regime die USA auf einem Wandgemälde vor einem militärischen Angriff auf das Land. Das Gemälde, das am Sonntag enthüllt wurde, zeigt mehrere beschädigte Flugzeuge auf einem Flugzeugträger. Dazu heißt es: „Wer Wind sät, wird Sturm ernten.“

Die Enthüllung des Wandgemäldes auf dem Enghelab-Platz erfolgte zeitgleich mit der Verlegung des amerikanischen Flugzeugträgers „USS Abraham Lincoln“ und seiner Begleitschiffe in die Region. US-Präsident Donald Trump erklärte am Donnerstag, die Schiffe würden nur für den Fall verlegt, dass er sich zu einem Eingreifen entschließe. Der Enghelab-Platz dient als Veranstaltungsort für staatlich einberufene Kundgebungen, und die Behörden ändern das Wandgemälde je nach Anlass.

Unterdessen wird bekannt, dass Israel den USA laut einem Medienbericht Geheimdienstinformationen über Hinrichtungen von Demonstranten im Iran übermittelt hat. Dadurch sei die US-Führung an belastende Beweise gegen die Führung in Teheran gelangt, berichtete die Zeitung „Israel Hajom“. Die Sorge vor einem neuen Krieg ist jüngst gestiegen, auch weil die USA starke Militärkräfte in der Region zusammenziehen.

Der US-Geheimdienst verfüge über „eindeutige Augenzeugenberichte über Hinrichtungen, die mit verschiedenen Methoden durchgeführt wurden“, hieß es in dem Bericht. Israel sei an der Beschaffung dieser Informationen beteiligt gewesen. Außerdem gebe es „zahlreiche detaillierte Berichte über den Einsatz scharfer Munition gegen Demonstranten auf den Straßen sowie über Protestteilnehmer, die nach ihrer Festnahme hingerichtet wurden“. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Bis zu 30.000 Menschen an zwei Tagen getötet

Nach Informationen des „Time-Magazin“ sollen bei den Massenprotesten im Iran allein an zwei Tagen bis zu 30.000 Menschen getötet worden sein. Das Magazin beruft sich dabei auf zwei ranghohe Beamte des iranischen Gesundheitsministeriums. Demnach sollen am 8. und 9. Januar so viele Menschen von iranischen Sicherheitskräften getötet worden sein, dass die staatlichen Behörden mit der Bergung und Beseitigung der Leichen überfordert gewesen seien. Laut den Beamten gingen Leichensäcke aus und statt Krankenwagen seien Lastwagen-Sattelauflieger genutzt worden.

Das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA meldete nach eigenen Angaben 5.495 bestätigte Todesopfer, unter ihnen 5.149 Protestierende. Zusätzlich prüft HRANA 17.031 weitere mutmaßliche Fälle. Zudem sollen 7.403 weitere Menschen schwer verletzt worden sein. Nach Angaben der Aktivisten haben Sicherheitskräfte 40.887 Menschen festgenommen.

Die Aktivisten weisen dabei darauf hin, dass Auswertung und Überprüfung von Todeszahlen Zeit in Anspruch nehmen. Seit drei Wochen gebe es Internetabschaltungen und -störungen. Das genaue Ausmaß der Gewalt sei deshalb noch unklar.

Irans Regierung nennt deutlich niedrigere Zahlen

Nach offizieller Darstellung gab es bei den Aufständen 3.117 Tote. Mehr als 2.400 Menschen seien bei „terroristischen Aktivitäten“ ums Leben gekommen, behauptete der iranische Botschafter in Genf. Die iranische Regierung macht die Erzfeinde Israel und USA für die vielen Toten verantwortlich. Unabhängige Belege legten die iranischen Behörden nicht vor.

Die Proteste waren Ende Dezember ausgebrochen. Ausgelöst durch die schwere Wirtschaftskrise im Land gingen zunächst Händler auf die Straßen. Vor gut zwei Wochen kam es in den Metropolen am 8. und 9. Januar dann zu Massenprotesten, die brutal niedergeschlagen wurden.

Der US-Präsident hatte zunächst gesagt, ein Militärangriff auf die Führung der Islamischen Republik sei ausgeblieben, weil die Behörden die Hinrichtung von 800 Menschen abgesagt hätten. Während der Protestwelle gegen die autoritäre Regierung hatte er den Demonstranten wiederholt seine Unterstützung zugesichert und rote Linien für die Führung in Teheran gezogen – bisher ohne Konsequenzen.

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