Der CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Müller aus Braunschweig hat mit einem Beitrag in sozialen Netzwerken eine Debatte über Migration, Armut und Sozialleistungen ausgelöst.

Anfang Januar veröffentlichte Müller auf Facebook ein Foto, das er am Kölner Hauptbahnhof aufgenommen hatte. Es zeigt einen Mann, der am Bahnsteig um Geld bittet. Müller zufolge trug der Mann teure Markenkleidung. Zu dem Bild schrieb der Politiker: „Auch so sieht Armut in Deutschland aus: Markenschuhe von Adidas, Jacke von Moncler, auf dem Pappschild steht ,Bitte für Essen Danke‘ und die Ansprache durch den Bettler erfolgt in sehr gebrochenem Deutsch.“

Weiter erklärte Müller: „Das macht mich sehr, sehr ärgerlich, ist ein Schlag ins Gesicht für alle wirklich Bedürftigen und zeigt weiteren – allerdings differenzierten – Handlungsbedarf auf. In diesem konkreten Fall zum Beispiel auch für die Sicherheitskräfte der Bahn.“

Später stellte er klar: „Das war kein Kind, sondern ein Mann, und er behauptete, in diesem Aufzug im Land mit großzügigsten Sozialleistungen Geld für Essen haben zu wollen.“ Angebote von Reisenden, ihm stattdessen Essen zu kaufen, habe der Mann abgelehnt.

Der Beitrag erreichte laut Müller über eine Million Aufrufe und löste tausende Kommentare aus. Während zahlreiche Nutzer Zustimmung äußerten, kam auch deutliche Kritik.

Einige warfen dem CDU-Politiker vor, mit dem Beitrag Stimmung gegen Ausländer und Migranten zu machen. Die frühere FDP-Bundestagsabgeordnete Anikó Glogowski-Merten kommentierte: „Man(n) gewinnt nicht an Profil, wenn man(n) über andere herzieht.“

Auf die Frage, woran er erkannt habe, dass es sich bei der Jacke um ein Original der Marke Moncler handele, antwortete Müller: „Kann man sehen, wenn man unmittelbar danebensteht.“

Ende vergangener Woche äußerte sich Müller auf Facebook erneut: „Es ging um ein sehr merkwürdiges Erlebnis: Im HBF Köln spricht ein Bettler Reisende an und zeigt ein Pappschild „Bitte für Essen Danke“. Seine Jacke wird vom Abzeichen des Luxus-Labels Moncler geziert. Darüber kann man sprechen - mit ganz unterschiedlichen Bewertungen.

Weiter kritisierte Müller einen Artikel in der „Braunschweiger Zeitung“: „Der Autor schreibt, dass ich dafür angeblich ‚viel Kritik in sozialen Medien‘ ernte. Er unterschlägt in der Einleitung, dass die Zustimmung ganz erheblich überwiegt. Schräge Dinge spreche ich geradeheraus an. Das bleibt so.“

Tatsächlich haben sich unter dem Original-Beitrag von Anfang Januar deutliche mehr als 1000 Kommentare gesammelt. Dort finden sich überwiegend negative Kommentare: „Mir wäre ein solcher Beitrag peinlich“, schrieb ein User, „Wenn ein CDU‘ler zum AfD‘ler wird“, ein anderer

Unter dem zweiten Beitrag von vergangener Woche finden sich demgegenüber auch etliche Kommentare der Zustimmung. Dort heißt es etwa: „Sie haben vollkommen richtig gehandelt“, oder auch „Herr Müller, halten Sie Kurs“.

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