Ein Mann hat die US-Kongressabgeordneten Ilhan Omar in Minneapolis mit einer unbekannten Substanz besprüht. Daraufhin wurde der Mann bei der Bürgerversammlung am Dienstag zu Boden gebracht. Das Publikum jubelte, während er fixiert und seine Arme auf den Rücken gebunden wurden.
In einem Video von der Veranstaltung ist zu sehen, wie ein Mann auf das Rednerpult zugeht und etwas in Richtung Omar sprüht. Was er sagt, ist nicht zu verstehen.
Jemand aus der Menge zu hören, der sagt: „Oh mein Gott, er hat ihr etwas ins Gesicht gesprüht.“ Omar bittet um eine Serviette und lehnt einen Abbruch der Veranstaltung ab. Eine Frau fordert sie auf, sich untersuchen zu lassen. „Was auch immer das ist, es riecht sehr schlecht.“ „Es riecht schrecklich“, sagt eine andere.
Omar setzte die Town Hall fort. Sie wolle dem Angreifer nicht die Show überlassen. „Wir werden standhaft bleiben, egal was sie uns auch entgegenwerfen mögen“, sagte Omar.
Unmittelbar vor der Attacke hatte Omar die Abschaffung der US-Einwanderungsbehörde ICE und den Rücktritt von Heimatschutzministerin Kristi Noem gefordert. „ICE kann nicht reformiert werden“, sagte sie.
Die Polizei von Minneapolis reagierte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP bisher nicht auf Anrufe und E-Mail-Anfragen nach Informationen zu dem Vorfall und dazu, ob jemand festgenommen wurde. Das Weiße Haus antwortete ebenfalls nicht auf eine Anfrage nach einem Kommentar.
In ersten Reaktion verurteilten auch republikanische Abgeordnete die Tat. „Ich bin zutiefst beunruhigt darüber, dass die Abgeordnete Ilhan Omar heute bei einer Bürgerversammlung angegriffen wurde“, schrieb die Abgeordnete Nancy Mace auf X. „Unabhängig davon, wie vehement ich ihre Rhetorik ablehne – und das tue ich –, sollte kein gewählter Amtsträger körperlichen Angriffen ausgesetzt sein. Das entspricht nicht unseren Werten.“
Omar wurde in Somalia geboren – erste Abgeordnete mit Kopftuch
Omar ist Abgeordnete aus Minnesota und eine der umstrittensten Politikerinnen der USA. Sie ist eine der ersten beiden Kongressabgeordneten mit Kopftuch und rief zum Boykott gegen Israel auf. Wie New Yorks neuer Bürgermeister Zohran Mamdani ist auch Omar eine Vertreterin des progressiven Flügels der Demokraten, der sich offen für sozialistische Ideen zeigt.
Die 43-Jährige ist in Somalia geboren und zog 1995 mit ihrer Familie in die USA und später nach Minnesota. In dem Bundesstaat stehen Einwanderer aus Somalier im Zentrum eines groß angelegten Sozialbetrugs mit Scheindienstleistungen. US-Präsident Donald Trump hatte darauf Omar und Somalier per se als „Müll“ beleidigt.
Auch stunden vor der Tat arbeitete sich Trump auf einer Wahlkampfveranstaltung in Iowa an Omar ab. Seine Regierung würde nur Einwanderer aufnehmen, die „nachweisen können, dass sie unser Land lieben“. „Sie müssen stolz sein, nicht wie Ilhan Omar“, sagte er und erntete laute Buhrufe, als er ihren Namen erwähnte.
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