Nachdem US-Präsident Donald Trump in seinen Aussagen über die tödlichen Einsätze in Minneapolis offenbar eine Kehrtwende vollzogen hat, hat er nun auch den Eltern der getöteten Renée Good sein Mitgefühl bekundet.
Trump bezeichnete die tödlichen Schüsse auf zwei US-Amerikaner durch Bundesbeamte in Minneapolis als „schrecklich“ und sagte, die Information, dass eine der Getöteten die Tochter von Trump-Unterstützern sei, mache die Sache für ihn noch schlimmer. Er fühle sich deshalb „noch schlechter“.
Die 37-jährige Renée Nicole Good wurde am 7. Januar von einem Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE erschossen. Der gleichaltrige Alex Pretti wurde am 24. Januar von Bundesbeamten getötet.
„Ich weiß nicht, wie es bei seinen Eltern ist, aber ich weiß, dass ihre Eltern große Trump-Fans waren. Das lässt mich ohnehin schlecht fühlen. Aber ich meine, man könnte sagen, noch schlechter“, sagte Trump am Dienstag in einem Interview mit „Fox News“ in Iowa.
Nachdem das Heimatschutzministerium bei beiden tödlichen Einsätzen behauptete, die Beamten hätten aus Notwehr gehandelt – obwohl Augenzeugen-Videos anderes nahelegen – ruderte Trump nun zurück und widersprach damit sogar den Aussagen führender Regierungsmitglieder.
Auf die Frage, ob der bei einem Einsatz von Bundesbeamten in Minneapolis erschossene Pretti ein Attentäter sei, antwortete Trump am Dienstag mit „Nein“. Der Tod Prettis sei „einfach ein sehr unglücklicher Vorfall“, der untersucht werden müsse.
„Ich bin gegen die Gewalt“, sagt Melania Trump
First Lady Melania Trump rief unterdessen die US-Bürger zur Einheit auf. In einem ihrer seltenen Interviews sagte sie Fox News: „Wir müssen uns zusammenschließen. Ich rufe zur Einheit auf.“ Sie wisse, dass ihr Mann am Montag gute Gespräche mit dem Gouverneur des Bundesstaats Minnesota, Tim Walz, und dem Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, gehabt habe. Sie würden zusammenarbeiten, um auf ein friedliches Zusammenleben ohne Ausschreitungen hinzuwirken.
„Ich bin gegen die Gewalt.“ Wenn Menschen protestierten, sollten sie das friedlich tun, mahnte die First Lady. Die tödlichen Schüsse von Bundesbeamten, die in den vergangenen Wochen zwei Menschen in Minneapolis das Leben gekostet hatten, erwähnte sie dabei nicht explizit. Die 55-Jährige hält sich mit öffentlichen Auftritten und Statements zur politischen Lage in den USA meist zurück.
Trumps rigorose Abschiebe-Politik und das brutale Vorgehen hochgerüsteter Einsatzkräfte in Minneapolis hatten in den USA zuletzt landesweite Proteste ausgelöst.
Unter diesem Eindruck deutete der US-Präsident jüngst Kompromissbereitschaft an. Die Gespräche mit den beiden Demokraten Walz und Frey bezeichnete er in einem Radiointerview nun als „sehr gut“ und „sehr respektvoll“.
Frey kündigte nach dem Telefonat mit Trump an, dass ab diesen Dienstag einige Bundesbeamte aus Minneapolis abgezogen würden.
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