Der Finanzunternehmer und TV-Investor Carsten Maschmeyer („Die Höhle der Löwen“) fordert eine nahezu vollständige Automatisierung der deutschen Verwaltung durch Künstliche Intelligenz. „Die deutsche Verwaltung muss durch KI ersetzt werden, und zwar quasi komplett“, sagte Maschmeyer im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ und plädierte für einen radikalen Umbau staatlicher Verwaltungsstrukturen, um Verfahren deutlich zu beschleunigen und Kosten zu senken.
Entscheidungen könnten dann „binnen Sekunden“ getroffen werden. Genehmigungen, Förderanträge und Verwaltungsakte seien weitgehend standardisierte Prozesse, die sich technisch automatisieren ließen. „Es ist nicht sehr kreativ, zu überprüfen, ob bei einem Antrag auf einen neuen Personalausweis alle Kästchen richtig angekreuzt sind.“
„Ersetzen wir die Verwaltung durch KI. Und zwar fast komplett“, schrieb Maschmeyer auch in einem Beitrag auf der Plattform X, in dem er seine Forderung noch einmal bekräftigte. Verwaltung sei an Recht und Gesetz gebunden und bestehe zu großen Teilen aus Routinetätigkeiten. „Damit ist sie perfekt für die Übernahme durch KI geeignet.“ Die Chance liege in deutlich schnelleren Entscheidungen sowie langfristig sinkenden Pensionslasten.
Zugleich betonte Maschmeyer, dass nicht alle Bereiche der Verwaltung automatisiert werden könnten. Dort, wo Empathie und Ermessensspielräume erforderlich seien – etwa in Bürgerbüros, der Jugendhilfe oder bei der Polizei –, werde es weiterhin Menschen brauchen. „Routinen automatisieren und Sonderfälle vermenschlichen“, formulierte er. Mitarbeiter aus automatisierten Bereichen könnten in diesen Feldern eingesetzt werden.
Es gehe ihm bei der Idee auch nicht um einen Abbau von Stellen: „Und nein, ich möchte keine Massenentlassungen im öffentlichen Dienst“, schrieb er. Der Altersdurchschnitt in der Verwaltung sei ohnehin hoch, ein Umbau könne schrittweise erfolgen. Langfristig ließen sich so auch „die enormen Pensionslasten deutlich“ reduzieren.
Rechtsstaatliche Sicherungen beabsichtigt der Investor, ausdrücklich beizubehalten. Menschliche Aufsicht, ein Widerspruchsrecht gegen KI-Entscheidungen sowie die gerichtliche Überprüfung müssten selbstverständlich bleiben.
Maschmeyer verweist zudem auf strukturelle Probleme im öffentlichen Dienst. Heute gebe es rund 600.000 Beschäftigte mehr als vor 20 Jahren, gleichzeitig fehlten laut Deutschem Beamten Bund weitere 600.000 Kräfte. „Das Problem sind nicht die motivierten Mitarbeiter, sondern verkrustete Strukturen“, schrieb er.
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