Die Junge Union setzt der CDU eine Frist zur Einführung der Wehrpflicht. In einem Antrag für den CDU-Parteitag fordert der Parteinachwuchs eine Wehrpflicht ab 2027, wenn Zielzahlen für den Aufwuchs der Streitkräfte nicht erreicht werden.
Sofern der gesetzlich festgelegte Aufwuchs durch das freiwillige Modell nicht oder nicht vollständig erreicht werden könne, „spricht sich die CDU Deutschlands für die Wiedereinführung eines verpflichtenden Wehrdienstes ab dem 1. Juli 2027 aus“, heißt es in dem Antrag, über den das Magazin „Focus“ berichtet.
Zeige sich zum 1. Januar 2027, dass im Jahr 2026 kein Aufwuchs des aktiven militärischen Personals auf 186.000 bis 190.000 Soldaten gelungen sei, „sollte ab dem 1. Juli 2027 ein verpflichtender Wehrdienst eingerichtet werden“, heißt es weiter. Die Aufwuchszahlen sollen nach Willen der JU jährlich kontrolliert werden.
Die CDU-Abgeordnete Vivian Tauschwitz, ehemalige Bundeswehr-Offizierin, sagte dem „Focus“: „Die jährliche Überprüfung des Personalbestands schafft Transparenz und sie ist dringend notwendig.“ Wenn Freiwilligkeit den Bedarf nicht decke, „ist ein verpflichtender Wehrdienst nur die konsequente und notwendige Schlussfolgerung“.
Der Abgeordnete Johannes Volkmann forderte „Verbindlichkeit bei der Wiederherstellung unserer Verteidigungsfähigkeit“. Die letzten Wochen hätten nochmal deutlich gemacht, „dass wir mehr tun müssen, um uns Europäer aus eigener Kraft schützen zu können“, sagte der CDU-Politiker. „Deshalb können wir uns vage Absichtserklärungen zur Wiedereinführung der Wehrpflicht nicht länger leisten.“
Musterung für den Jahrgang 2008 ab 1. Januar
Seit Anfang des Jahres gilt das neue Wehrdienst-Gesetz. Es sieht vor, dass der Geburtsjahrgang 2008 erstmals einen Fragebogen zur sogenannten Wehrerfassung erhält. Jungen Männer sind verpflichtet, ihn auszufüllen, für Frauen ist die Teilnahme freiwillig. Abgefragt werden unter anderem Körpergröße und Gewicht, Qualifikationen wie Fahrerlaubnis oder Sprachkenntnisse, eine Selbsteinschätzung zur körperlichen Fitness sowie das Interesse am Dienst in Heer, Luftwaffe, Marine oder im Cyber- und Informationsraum.
Auch die verpflichtende Musterung soll zurückkehren: Für junge Männer ab dem Jahrgang 2008 ist sie ab dem 1. Januar 2026 vorgesehen. Der Aufbau der dafür notwendigen Kapazitäten dauert jedoch noch an. Ziel der Reform ist ein deutlicher Personalaufwuchs der Bundeswehr auf 260.000 aktive Soldaten bis zum Jahr 2035 sowie 200.000 Reservisten.
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