Der frühere Arbeitsminister Walter Riester (SPD) hat das Rentenniveau als Kennzahl scharf kritisiert. „Das Rentenniveau ist eine Nullnummer“, sagte der 82-Jährige der „Süddeutschen Zeitung“. Der Begriff sei „irreführend“ und ein „Trugbild“, da er nichts darüber aussage, wie viel ein Rentner tatsächlich bekomme.

Der ehemalige Minister kritisiert auch seine eigene Partei. „Es ist für mich fraglich, ob es links ist, für ein höheres Rentenniveau zu streiten, wenn das an der Wirklichkeit vorbeigeht“, sagte Riester.

Die SPD hatte in der Bundesregierung durchgesetzt, das Rentenniveau für die kommenden Jahre bei 48 Prozent zu stabilisieren. Riester kritisierte zudem die Rentendebatte. „Diese Ideologieschlacht ist eine Katastrophe“, sagte er. Es laufe eine Schwarz-Weiß-Debatte zwischen Befürwortern des Umlageverfahrens und der Kapitaldeckung, die jeweils nur das eigene Konzept richtig fänden. „Ich halte die Auseinandersetzung auf diese Art für schlimm, weil doch beides wichtig ist, das Umlagesystem und die Kapitaldeckung.“

Die Rentenkommission der Bundesregierung soll bis Ende Juni eine neue Kenngröße für das Rentensystem entwickeln, die auch Betriebsrenten und private Vorsorge berücksichtigt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sprach Anfang der Woche von einem „Paradigmenwechsel“ in der deutschen Rentenpolitik.

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