In der Schweiz wird am 14. Juni über ein Volksbegehren zu einer Begrenzung der Einwohnerzahl abgestimmt. Die rechtsnationale SVP (Schweizerische Volkspartei) will erreichen, dass die ständige Schweizer Wohnbevölkerung vor dem Jahr 2050 nicht über die Marke von zehn Millionen Menschen steigt. Der Bundesrat dürfe ab 2050 den Grenzwert jährlich durch Verordnung um den Geburtenüberschuss anpassen, heißt es in der Vorlage.

Sollte die Marke dennoch überschritten werden, müssten Bundesrat und Parlament „alle ihnen zur Verfügung stehenden Maßnahmen“ treffen, um die Obergrenze wieder einzuhalten. Damit ist auch die Kündigung internationaler Abkommen gemeint, etwa das Freizügigkeitsabkommen mit der EU oder im Asylbereich, etwa beim Familiennachzug.

Die SVP spricht von einer „Nachhaltigkeits-Initiative“. Die „regelrechte Bevölkerungsexplosion“ überfordere die Infrastruktur, zerstöre die Natur und treibe die Mieten nach oben, schreibt die Partei. Ihr Vorhaben sorgt schon seit Langem für heftige Diskussionen in der Schweiz. Bundesrat und Parlamentsmehrheit beklagen etwa, die Initiative löse kein einziges Problem, sondern schaffe nur neue.

Wirtschaftsverbände schlagen angesichts der Pläne Alarm. Die „Neue Zürcher Zeitung“ berichtet über ein Papier des Dachverbands der Schweizer Wirtschaft, Economiesuisse, und dem Arbeitgeberverband, in dem der SVP-Plan als „radikale Chaos-Initiative“ bezeichnet wird. Eine Nettozuwanderung von null würde dazu führen, dass die Wirtschaft große Mühe hätte, Stellen zu besetzen. Die Initiative wolle keine staatliche Steuerung, „sondern die Bevölkerungszahl deckeln und dadurch die Arbeitsmigration vollständig abwürgen“. Das könne dazu führen, dass Unternehmen ihre Standorte ins Ausland verlagern und Innovation auslagern – bei gleichzeitig sinkenden Steuereinnahmen im Inland.

Die 10-Millionen-Marke könnte zudem – je nach Prognose – den Verbänden zufolge bereits im Jahr 2034 erreicht werden.

Die Schweizer Bevölkerung ist in den vergangenen Jahren gewachsen und lag Ende 2024 bei neun Millionen Einwohnern. Statista zufolge zählten knapp 2,5 Millionen Ausländer zur ständigen Wohnbevölkerung, der Ausländeranteil lag bei rund 27,4 Prozent der Gesamtbevölkerung. Dazu zählen alle Menschen, die nicht die Schweizer Staatsbürgerschaft haben und eine Aufenthaltsbewilligung für mindestens ein Jahr besitzen.

Ausländer machen einen immer größeren Anteil der Schweizer Gesellschaft aus, die meisten kommen aus Nachbarstaaten. Die größte Gruppe stellten 2024 Italiener mit über 340.000 Menschen, dahinter folgten Deutsche, Portugiesen und Franzosen. Zudem lebten Ende 2024 in der Schweiz rund 90.000 anerkannte Flüchtlinge.

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