Die Zahl der Einbürgerungen in Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. „Bild“ zufolge nahm sie von 2023 auf 2024 bundesweit um mehr als 90.000 Fälle auf über 290.000 zu. Ein weiterer Anstieg für 2025 gilt als wahrscheinlich, auch wenn die deutschlandweiten Gesamtzahlen noch nicht veröffentlicht sind.
Die größte Gruppe der neu Eingebürgerten kam 2024 dem Bericht zufolge aus Syrien (83.150 Menschen). Es folgten ehemalige Staatsangehörige der Türkei, des Irak, Russlands und Afghanistans.
Aus einzelnen Bundesländern liegen bereits Zahlen für 2025 vor. In Berlin wurden 39.034 Einbürgerungen registriert – nahezu doppelt so viele wie 2024 (21.811) und mehr als viermal so viele wie 2023 (9041). Auch Hamburg meldet mit 11.532 Einbürgerungen einen Höchststand, nach 9599 im Jahr 2024 und 7538 im Jahr 2023.
Mutmaßliche Manipulationen bei Sprachtests
Vor dem Hintergrund bekannt gewordener Betrugsfälle mit mutmaßlich gefälschten Sprachzertifikaten fordern Unionspolitiker Konsequenzen. Der CDU-Spitzenkandidat aus Mecklenburg-Vorpommern, Daniel Peters, spricht sich für „die Aussetzung aller Einbürgerungsverfahren“ aus. Wer den Sozialstaat betrüge, dürfe nicht mit dem deutschen Pass belohnt werden. Das sei ein Angriff auf Solidarität und Fairness und „muss auch einbürgerungsrechtliche Konsequenzen haben“.
Auch der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag Alexander Throm verlangt laut „Bild“ eine umfassende Prüfung. „Alle Fälle, in denen die Echtheit von Sprachzertifikaten nicht klar ist, müssen überprüft werden“, sagte er. Zudem sollten „laufende Verfahren für die Zeit der Aufklärung ausgesetzt werden“.
Die Koalition hatte bereits im vergangenen Jahr beschlossen, dass Täuschungen zu einer zehnjährigen Einbürgerungssperre führen können. Throm betonte: „Fehlender Respekt vor der deutschen Staatsbürgerschaft darf nicht mehr folgenlos bleiben.“
Seit dem 27. Juni 2024 ist die Einbürgerung in Deutschland durch das neue Staatsangehörigkeitsrecht vereinfacht: Der deutsche Pass ist nun regulär nach fünf statt acht Jahren möglich. Besonders schnelle Einbürgerungen (nach drei Jahren) erfolgen bei besonderen Integrationsleistungen.
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