Ein weiteres Prestigeprojekt der Deutschen Bahn verzögert sich auf unbestimmte Zeit. Wie der Konzern mitteilte, kann die Generalsanierung der Magistrale zwischen Berlin und Hamburg, die über Wittenberge und Ludwigslust führt, nicht wie geplant bis Ende April abgeschlossen werden. Wegen des Winterwetters mit Dauerfrost und Schnee sei der Zeitplan nicht zu halten. Ein neuer Termin wurde noch nicht genannt.

Weiter Einschränkungen für Fahrgäste in Sachsen-Anhalt

Damit verlängern sich auch die Einschränkungen für Fahrgäste in Sachsen-Anhalt. Der Fernverkehr wird bis zur Fertigstellung weiter über Stendal und Salzwedel umgeleitet. Er braucht derzeit mindestens 45 Minuten länger. Statt zwei Verbindungen pro Stunde gibt es während der Sanierung nur noch eine Verbindung. Dafür fallen bereits seit August Regionalzüge auf der Strecke aus, S-Bahnen können nicht wie sonst fahren.

"Wir erleben in Deutschland, insbesondere im Norden und im Osten, den härtesten Winter seit 15 Jahren", betonte der Vorstand für Infrastrukturplanung und -projekte bei der Bahn-Tochter DB InfraGo, Gerd-Dietrich Bolte. Seit sechs Wochen seien die Arbeiten in Verzug. Frost und Schnee machten vor allem die Kabeltiefbauarbeiten für die Signal- und Stellwerksanlagen nahezu unmöglich. Schwierig gestalten sich der Bahn zufolge auch die Arbeiten an den Oberleitungen. Diese hätten bereits im Januar erfolgen sollen.

Bahnstrecke Hamburg-Berlin ist eine der wichtigsten Pendlerstrecken

Die Bahnstrecke Hamburg-Berlin ist seit Anfang August 2025 für die Sanierung gesperrt. Zunächst war mit neun Monaten Bauzeit geplant worden. Die 280 Kilometer lange Strecke führt durch fünf Bundesländer. Sie ist eine der wichtigsten Pendlerstrecken in Deutschland mit täglich rund 30.000 Fahrgästen im Fernverkehr und insgesamt 470 Zügen pro Tag.

Die Deutsche Bahn will bis Mitte der 2030er-Jahre mehr als 40 vielbefahrene Schienenkorridore grundlegend modernisieren. Auf diese Weise soll das an vielen Stellen marode und überlastete Streckennetz wieder fit gemacht werden. Auch die Pünktlichkeit soll steigen.

MDR/dpa (mze)

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