US-Präsident Donald Trump hat dem Iran für eine Einigung im Streit über sein Atomprogramm eine Frist bis Anfang März gesetzt. Die Führung in Teheran habe 10 bis 15 Tage Zeit, um einen Deal mit den USA zu erzielen, sagte Trump am Donnerstag an Bord der Präsidentenmaschine „Air Force One“. „Ich denke, das sollte genug Zeit sein.“

Zuvor hatte Trump gesagt, „sehr schlimme Dinge“ würden dem Iran widerfahren, wenn er kein Abkommen mit den USA über sein Atomabkommen schließe. Auf die Frage eines Reporters dazu, was das Ziel eines US-Angriffs im Iran sein könnte, wollte sich der US-Präsident in der „Air Force One“ nicht äußern. „Darüber werde ich mit Ihnen nicht sprechen. Entweder wir kommen zu einer Einigung, oder es wird für sie unglücklich enden.“

Die USA verstärken seit Wochen ihre militärische Präsenz in der Region. Zusätzlich zum Flugzeugträger USS Abraham Lincoln ist auch der weltweit größte Flugzeugträger USS Gerald R. Ford auf dem Weg angekommen. Wie US-Medien und mehrere Militärblogs berichten, aktivierte der Flugzeugträger am Mittwoch in der Straße von Gibraltar kurz seine Ortungssysteme.

Laut CNN zeigen Satellitenaufnahmen, dass die US-Armee die Zahl von Kampfflugzeugen, Tankjets und Luftabwehrsystemen auf ihren Basen in Kuwait, Bahrain und Saudi-Arabien deutlich erhöht hat. Ebenfalls am Mittwoch zählte der Sender CBS mehr als 50 Flüge von US-Militärmaschinen, die von Basen in den USA und Europa in Richtung Naher und Mittlerer Osten starteten.

Nach Angaben des Anbieters „Flightradar24“ gehören US-Militärflugzeuge zu den meistgetrackten Flugzeugen in dieser Woche. In der Nacht zum Freitag starteten auch mehrere Transportmaschinen vom Typ Lockheed C-5M und Boeing C-17 auf den US-Basen in Ramstein und Spangdahlem in Rheinland-Pfalz Richtung Osten und Südosten. Zudem entdeckten Fotografen am Flughafen der bulgarischen Hauptstadt Sofia am Donnerstag mehrere US-Militärflugzeuge. Beobachter rechnen angesichts des Umfangs der Operation nicht damit, dass es sich ausschließlich um eine Drohkulisse handelt.

Iran lehnt Verhandlungen über Raketenprogramm und Milizen ab

In einem Brief des iranischen Botschafters bei den Vereinten Nationen an UN-Generalsekretär António Guterres drohte Teheran für den Fall eines Angriffs mit Gegenmaßnahmen. „Unter solchen Umständen würden alle Stützpunkte, Einrichtungen und Vermögenswerte der feindlichen Streitkräfte in der Region als legitime Ziele im Rahmen der defensiven Reaktion Irans gelten“, erklärte UN-Botschafter Amir Saeid Iravani.

Er betonte, dass der Iran keine „Spannungen oder Krieg“ suche und auch keinen Krieg beginnen werde, auf „US-Agression“ jedoch „entschlossen und angemessen“ reagieren werde. Im Konflikt um das iranische Atomprogramm sei es durchaus möglich, „eine dauerhafte und ausgewogene Lösung zu erreichen“.

Die USA wollen verhindern, dass die Islamische Republik in den Besitz von Atomwaffen gelangt und auch Irans konventionelles Raketenprogramm sowie die Unterstützung für Milizen im Nahen Osten in einem Abkommen behandeln – anders als im gescheiterten Deal von 2015, an dem auch Deutschland mitgearbeitet hatte.

Das Verhandeln über andere Themen als das Nuklearprogramm schließt der Iran jedoch bislang aus. Teheran beteuert auch, das Atomprogramm diene zivilen Zwecken, nicht der Entwicklung von Atomwaffen. Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA aus dem Juni 2025 – vor den Luftschlägen der USA und Israels – hat der Iran Uran in einem Reinheitsgrad von 60 Prozent angereichert, was bedeutet, dass das Uran fast atomwaffentauglich wäre.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt beim ursprünglichen Autor. Die erneute Veröffentlichung dieses Artikels dient ausschließlich der Informationsverbreitung und stellt keine Anlageberatung dar. Bei Verstößen kontaktieren Sie uns bitte umgehend. Wir werden bei Bedarf Korrekturen oder Löschungen vornehmen. Vielen Dank.