US-Bundesbeamte haben im vergangenen Jahr bei einer Verkehrskontrolle in Texas einen US-Bürger erschossen. Das ging aus internen Dokumenten des Heimatschutzministeriums hervor, das den Vorfall damals nicht öffentlich mitteilte.

Der Tod des 23-jährigen Ruben Ray Martinez wäre der erste von mindestens sechs tödlichen Schüssen durch Bundesbeamte seit Beginn der Verschärfung der Einwanderungspolitik in der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump. Das geht laut „New York Times“ aus Dokumenten hervor, die ICE diese Woche veröffentlicht hat. Angestoßen hatte die Berichterstattung das Magazin „Newsweek“.

Das Heimatschutzministerium teilte am Freitag mit, die Schüsse seien im vergangenen März auf der Insel South Padre gefallen, nachdem der Fahrer einen Beamten absichtlich angefahren habe. Beteiligt war ein Team des Ministeriums, das gemeinsam mit der örtlichen Polizei einen Einsatz zur Durchsetzung der Einwanderungsbestimmungen durchführte, wie es in den Dokumenten hieß, die der Organisation American Oversight vorlagen.

Der demokratische Senator Roland Gutierrez in Texas reagierte auf die Nachricht vom Tod Ruben Ray Martinez emotional. Er habe die Behörde angefragt, ob sie speziell auf Latinos ziele. Nachdem er die Antwort des Texas Department of Public Safety (DPS) erhalten habe, kündigte er an: „Die DPS lügt, wenn sie behauptet, sie nehme keine Latinos ins Visier, und ich werde dafür sorgen, dass es Gerechtigkeit und Rechenschaftspflicht gibt.“

Die Dokumente sind Teil einer Reihe interner Unterlagen der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE, die die Organisation im Rahmen einer Klage nach dem Informationsfreiheitsgesetz erhielt. Weite Teile der Dokumente waren allerdings geschwärzt.

Das Heimatschutzministerium äußerte sich auf Nachfrage nicht dazu, warum es die Öffentlichkeit in den vergangenen elf Monaten nicht über die Schüsse informierte.

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