Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg liefern sich Grüne und CDU nach den neuesten Hochrechnungen ein knappes Rennen um Platz eins – mit einem hauchdünnen Vorsprung für die Grünen. Das geht aus den jüngsten Hochrechnungen von ARD und ZDF hervor. Nach den ersten Prognosen und Hochrechnungen hatte es noch nach einem deutlichen Triumph der Grünen ausgesehen.
Über Monate hatte die CDU mit Landeschef Manuel Hagel in Umfragen deutlich geführt, am Ende legten die Grünen aber eine rasante Aufholjagd hin. Laut letzten Daten der ARD kommt die Partei um Spitzenkandidat Cem Özdemir auf etwa 30,3 Prozent. Das ZDF sieht die Grünen in seiner aktuellsten Hochrechnung ebenfalls bei 30,3 Prozent.
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„Was für ein Wahlkampf. Was für eine fulminante Aufholjagd“, sagte Özdemir bei seiner ersten Ansprache auf der Grünen-Wahlparty. Er reiche der CDU die Hand zu einer Neuauflage der Koalition. „Es muss eine Partnerschaft auf Augenhöhe sein.“ Grünen-Parteichef Felix Banaszak sagte in einer ersten Bewertung: „Dieses Ergebnis bringt uns so einen Rückenwind. Mit den Grünen ist zu rechnen in diesem Land.“
Die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Manuel Hagel erreichte laut neuester ARD-Hochrechnung 29,7 Prozent. Beim ZDF rangiert die CDU ebenfalls bei 29,7 Prozent. Spitzenkandidat Manuel Hagel übernahm die Verantwortung für das Wahlergebnis.
Bei der Wahlparty der Partei in Stuttgart sagte er: „Ich trage für den Wahlkampf, für unsere Kampagne, für alle Entscheidungen, die wir getroffen haben – und ja, für dieses Ergebnis die Verantwortung.“ Zunächst müssten nun die weiteren Prognosen abgewartet werden. „Es kann ein langer Abend werden“, sagte Hagel.
Er kritisierte den Stil in den letzten Tagen des Wahlkampfs scharf. Der CDU sei es immer wichtig gewesen, „dass wir unseren Wahlkampf mit Anstand führen, mit Stil führen und vor allen Dingen entlang von den Inhalten, wo wir überzeugt sind, dass sie für unser Land wichtig sind“. Leider hätten aber in den letzten Tagen dieses Wahlkampfs eher andere Themen eine Rolle gespielt - „zum Teil mit Angriffen weit unter der Gürtellinie“. „Aber das ist nicht mein Thema. Das müssen andere für sich verantworten und nach dem 8. März kommt der 9. März. Da müssen alle wieder runter vom Baum.“
Die Werte der Parteien im Überblick:
Die AfD kommt bei der ARD mit 18,7 Prozent (ZDF: 18,8 Prozent) auf den dritten Rang und verdoppelt somit fast ihr Ergebnis von 2021. Für Parteichef Tino Chrupalla handele es sich um einen „Riesenerfolg“, sagte er. Die AfD sei jetzt stärkste Oppositionspartei im Landtag. „Wir sind der Gewinner des Abends“, sagte Chrupalla. „Wir sind jetzt auch in Baden-Württemberg Volkspartei.“
Für die SPD wird die Wahl zum Debakel. Die Sozialdemokraten kommen laut ARD-Hochrechnung nur noch auf 5,6 Prozent (ZDF: 5,5 Prozent). SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf sagte in der ARD: „Wir sind unter die Räder gekommen.“ In Rheinland-Pfalz (hier wird am 22. März gewählt) sehe es „schon wieder anders aus“. Spitzenkandidat Andreas Stoch kündigte kurz darauf seinen Rückzug als Landes- und Fraktionschef an.
FDP (ARD: 4,4 Prozent, ZDF: 4,4 Prozent) und Linke (ARD: 4,3 Prozent, ZDF: 4,4 Prozent) werden den Einzug ins neue Landesparlament verpassen.
So wirkt sich das Wahlergebnis auf den Landtag aus
Die Wahlbeteiligung war mit mehr als 70 Prozent höher als vor fünf Jahren. Rund 7,7 Millionen Menschen waren zur Stimmabgabe aufgerufen – erstmals durften auch 16- und 17-Jährige wählen.
Die CDU lag in den Umfragen vor Wahl viele Monate deutlich vorn. Doch dann holten die Grünen deutlich auf. In der letzten Umfrage vom Freitag lagen beide Parteien gleichauf bei 28 Prozent.
Die letzte Landtagswahl in Baden-Württemberg gewannen die Grünen laut amtlichem Endergebnis 2021 mit 32,6 Prozent. Die CDU kam damals auf 24,1 Prozent. SPD, FDP und AfD lagen mit 11,0, 10,5 und 9,7 Prozent eng beieinander. Die Linke verpasste damals mit 3,6 Prozent den Einzug in den Stuttgarter Landtag.
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