Die Situation in der Straße von Hormus bleibt angespannt. Der Iran hat zwei Insidern zufolge rund ein Dutzend Minen in der für die Schifffahrt wichtigen Wasserstraße ausgelegt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Die Standorte der meisten Minen seien bekannt, sagte einer von ihnen am Mittwoch. Wie die USA damit umgehen wollten, ließ er jedoch offen. Der US-Sender CNN hatte am Dienstag zuerst über die Verminung der Straße von Hormus berichtet.

Der Schritt dürfte die Wiedereröffnung der für den Transport von Öl und Flüssigerdgas (LNG) bedeutsamen Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman erschweren. Die Exporte durch die Wasserstraße vor der iranischen Küste sind infolge des am 28. Februar von den USA und Israel begonnenen Krieges praktisch zum Erliegen gekommen. Dies hat zu einem Anstieg der weltweiten Energiepreise beigetragen.

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Etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und LNG-Lieferungen wird normalerweise durch die Straße von Hormus transportiert. An ihrer engsten Stelle ist sie 33 Kilometer breit, die schiffbaren Passagen in beide Richtungen sind nur drei Kilometer breit. Die zentrale Fahrrinne gilt als internationale Schifffahrtsstraße. Dass der Iran in der Lage ist, dort den Schiffsverkehr zu unterbinden, ermöglicht dem Land einen erheblichen Druck auf die USA und ‌ihre Verbündeten.

US-Präsident Donald Trump hatte auf die Berichte über eine Minenverlegung zunächst mit den Worten reagiert, ihm lägen keine entsprechenden Informationen vor. Wenig später verkündete er, die US-Streitkräfte hätten mehrere sogenannte Minenleger angegriffen. Die Zahl soll sich inzwischen auf 28 belaufen. Der US-Präsident ermutigte Ölkonzerne trotz der Drohungen aus Teheran zur Durchfahrt. „Ich glaube, sie sollten das machen“, sagte er die Frage eines Journalisten.

G7 will Schifffahrt durch Straße von Hormus absichern

Die G-7-Staaten wollen die Straße von Hormus wieder für die Handelsschifffahrt befahrbar machen, indem sie Öltanker und Frachtschiffe von Kriegsschiffen begleiten lassen. Um solche Eskorten zu gewährleisten, sei die Koordination mehrerer Marinen und eine mehrwöchige Vorarbeit nötig, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nach einer von ihm geleiteten Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs der G-7-Staaten zu den wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs.

„Die Voraussetzungen dafür sind derzeit nicht gegeben. Die Meerenge ist ein Kriegsschauplatz, aber diese Arbeit muss organisiert werden. Das haben wir vorgeschlagen, parallel dazu eine Zusammenarbeit mit Reedereien, Transportunternehmen und Versicherern.“ Zu den G-7-Staaten gehören Deutschland, die USA, Japan, Kanada, Großbritannien, Frankreich und Italien.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa sagten nach den G-7-Beratungen, dass die unmittelbare Priorität darin bestehe, die Energieflüsse aufrechtzuerhalten und dabei insbesondere die Schifffahrt durch die Straße von Hormus, die für die Weltwirtschaft von entscheidender Bedeutung sei.

Am Mittwoch waren im Iran-Krieg mehrere Schiffe in und nahe der Straße von Hormus unter Beschuss geraten. Irans Militärführung zeigte sich entschlossen, den Schiffsverkehr durch die Meerenge weiter zu stören.

Frankreich hat bereits drei große Kriegsschiffe in die Region verlegt und auch Italien, Großbritannien und die Niederlande schickten Marineschiffe Richtung Mittelmeer.

Einen Schutz von Handelsschiffen durch Marineeinheiten gibt es bereits seit 2024 im Roten Meer. Dort bedroht die mit Israel verfeindete und vom Iran unterstützte Huthi-Miliz die Schifffahrt in der Region. Deshalb läuft dort die EU-Marineoperation „Aspides“.

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