• Grenzkontrollen und mehr Abschiebungen, Eingebürgerte fallen aus Statistik
  • 1,33 Millionen Ukraine-Flüchtlinge

Die offizielle Zahl der als Flüchtlinge anerkannten Menschen in Deutschland ist im vergangenen Jahr erstmals seit 2011 leicht gesunken. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, hielten sich zum Stichtag 31. Dezember 2025 knapp 3,53 Millionen als schutzsuchende Registrierte im Bundesgebiet auf. Das waren rund 17.000 weniger als ein Jahr zuvor. Damit stieg die Zahl erstmals seit 2011 nicht an. Damals waren nach Angaben des Statistischen Bundesamts 373.875 Menschen als schutzsuchend in Deutschland anerkannt.

Kontrollen, Abschiebungen und Einbürgerungen

Gründe für den Rückgang der offiziellen Flüchtlingszahlen sind nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) Kontrollen an den deutschen Landesgrenzen. Zudem werden demnach seit Mai 2025 auch Asylsuchende zurückgewiesen. Auch sei die Zahl der Abschiebungen aus Deutschland gestiegen: von 20.084 im Jahr 2024 auf 22.787 im Jahr 2025.

Ein weiterer Grund für den Rückgang der offiziellen Zahl der Schutzsuchenden in Deutschland ist der Agentur zufolge auch, dass Syriens Langzeitmachthaber Baschar al-Assad im Dezember 2024 gestürzt wurde und dass die zwischen den Jahren 2014 und 2016 nach Deutschland eingereisten Syrer inzwischen die Bedingungen für eine Einbürgerung erfüllen. "Sie tauchen dann nicht mehr als Flüchtlinge in der Statistik auf", so der dpa-Bericht. Grund ist die durch die frühere Ampel-Koalition beschlossene Verkürzung der Wartezeit für einen Einbürgerungsantrag von ursprünglich acht auf nur noch fünf Jahre.

Unter den mit Stichtag 31. Dezember 2025 registrierten knapp 3,53 Millionen Flüchtlingen befanden sich laut der Antwort der Bundesregierung an die Linksfraktion knapp 707.000 Menschen, die nach der Genfer Flüchtlingskonvention als Flüchtling anerkannt wurden. 

1,33 Millionen Ukraine-Flüchtlinge

Rund 1,33 Millionen der Geflüchteteten waren Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine. Diese werden in der Europäischen Union ohne Asylverfahren aufgenommen und erhalten eine Arbeitserlaubnis. Eine entsprechende Regelung gilt aktuell bis März 2027.

Ende August hatte die ukrainische Regierung das allgemeine Ausreiseverbot für Männer im Alter von 18 bis 22 Jahren trotz Krieg aufgehoben. Im September und Oktober reisten daraufhin deutlich mehr junge ukrainische Männer nach Deutschland ein. Laut der Bundesregierung waren von 30.882 im September eingereisten Ukrainern 10.307 Männer aus dieser Altersgruppe. In den folgenden Monaten ging ihre Zahl zurück, wie auch Zahlen aus Mitteldeutschland zeigten. Im Dezember waren von 6.198 eingereisten Ukrainern 1.489 Männer zwischen 18 und 22 Jahren.

dpa (dni)

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