Die FDP-Politikerin und Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat auf die Kritik mehrerer Schauspielerinnen an der deutschen Politik reagiert. In einem Beitrag auf X wandte sie sich an Caroline Beil, Tina Ruland und Simone Thomalla, die auf einer Emmy-Veranstaltung in Berlin scharfe Kritik an Politikern und sogenannten „Altparteien“ geübt hatten.
„Dass Kai Wegner absolut keine Glanzleistung abgeliefert hat, darüber sind wir uns einig“, schrieb Strack-Zimmermann. Den Vorwurf, „an allem sind einzig und allein die Altparteien schuld“, wies sie jedoch zurück. „Das ist kein Klartext, das ist das Wörterbuch der AfD, präsentiert auf dem roten Teppich“, schrieb die FDP-Politikerin.
Strack-Zimmermann hielt den Schauspielerinnen entgegen, die politischen Herausforderungen seien deutlich komplexer. „Seit Manta Manta hat sich die Weltlage etwas verändert. Sie ist leider komplizierter geworden“, schrieb sie. Mit dem Film „Manta Manta“ hatte Tina Ruland 1991 ihren Durchbruch als Schauspielerin.
Strack-Zimmermann fuhr fort, es gebe „Krieg in Europa, hybride Angriffe auch auf Deutschland, eine Wirtschaft im Umbau“. Wer darauf „mit tiefergelegten Parolen antwortet“, komme zwar „in Rekordzeit von null auf Empörung“, aber „keinen Meter voran“.
Zugleich lud die Europaabgeordnete die Schauspielerinnen zu einem Praktikum im Europäischen Parlament ein. „Sitzungen ab 8 Uhr, Aktenberge statt Scheinwerfer, Verhandlungen bis in die Nacht und am Ende Kompromisse, die Europa sicherer machen“, schrieb Strack-Zimmermann. Demokratie sei „kein Film, der nach 90 Minuten ein Happy End liefert. Sie ist harte Arbeit und das jeden Tag.“
Die Europaabgeordnete fügte hinzu: „Die Einladung steht. Danach reden wir gerne wieder über ‚Pfeifen‘. Kaffee gibt’s auch, wenn auch nur aus dem Automaten.“
Auslöser waren Aussagen der Schauspielerinnen beim sogenannten Red-Carpet-Talk einer Emmy-Party im Berliner Stadtteil Grunewald. Caroline Beil hatte den Rückzug des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner als CDU-Spitzenkandidat für die nächste Berliner Abgeordnetenhauswahl begrüßt. „Richtig so. Ein Mensch, der lügt und Tennis spielt, während 45.000 Haushalte ohne Strom sind, sollte auch schleunigst zurücktreten“, sagte Beil. „Solche Pfeifen braucht keiner, sorry.“ Zudem kritisierte sie die Politik insgesamt und warf Politikern vor, sich nicht um die Sorgen der Bürger zu kümmern.
Noch weiter ging Tina Ruland. Die aktuelle politische Lage bezeichnete sie als „extremst beängstigend“ und erklärte mit Blick auf den Erfolg der AfD: „Daran sind nicht die Bürger schuld, daran ist auch nicht die AfD schuld, daran sind einzig und allein die Altparteien schuld, die schlechte Politik machen.“ Wenn Menschen sich von den etablierten Parteien nicht mehr vertreten fühlten, sei es „völlig normal, irgendwann etwas anderes zu wählen“.
Auch Simone Thomalla äußerte Zweifel an der politischen Debattenkultur in Deutschland. „Wir sind in einer Demokratie, wo man letzten Endes nirgendwo mehr sagen kann, was man denkt.“ Sie kritisierte außerdem die Debatten um ein AfD-Verbotsverfahren. Stattdessen solle man sich stärker mit den Gründen auseinanderzusetzen, die Menschen zur Wahl der AfD bewegten.
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