US-Präsident Donald Trump geht nach eigenen Angaben davon aus, dass der Iran-Krieg „ziemlich bald“ enden könnte. „Ich denke nicht, dass sie noch lange durchhalten können“, sagte er mit Blick auf den Iran vor Reportern im Oval Office.

Auf die Frage, ob eine Einigung zur Öffnung der Straße von Hormus erreicht worden sei, sagte Trump, er sei in Verhandlungen eingebunden. „Es könnte bald sein.“ Auffällig war, dass der Präsident anders als an den Vortagen keinen Wochentag für ein mögliches Abkommen mehr nannte. Trump hatte diese Woche Hoffnungen geweckt, dass am Mittwoch oder Donnerstag die für den Welthandel wichtige Meerenge geöffnet werden könnte. Diese sei „im Moment sozusagen offen“, sagte er nun.

Trump räumte zudem begrenzte Munitionsvorräte in bestimmten Bereichen eingeräumt. Zugleich betonte er, es gebe andere Bereiche, in denen die USA über nahezu unbegrenzte Bestände verfügten. Auf die Frage eines Reporters, warum seine Regierung in ihrem Haushaltsentwurf 21 Millionen Dollar für Munitionslager vorsehe, während Trump Berichte über Engpässe zuvor in sozialen Medien zurückgewiesen hatte, sagte der Präsident: „Wir brauchen ständig mehr.“ Bei einigen Munitionsarten verfüge die USA über eine „praktisch unbegrenzte Versorgung“, erklärte Trump. Bei anderen sei die Lage jedoch „etwas angespannter“. Welche Munitionstypen betroffen sind, sagte er nicht.

Am Mittwochabend hatte Trump Berichte über schwindende Waffenvorräte noch scharf dementiert. „Die USA verfügen über gewaltige Mengen an ‚Munition’, insbesondere bestimmter Arten“, hieß es auf Truth Social. Zudem würden große Mengen hergestellt und bei Bedarf in die USA geliefert. Auch ziehe die Verteidigungsindustrie in den USA derzeit die größte Anzahl an Produktionsstätten und Fabriken in der Geschichte des Landes hoch. „Diejenigen, die diese verräterischen Informationen durchgestochen haben, werden gejagt“, drohte Trump. „Es werden langjährige Haftstrafen gefordert werden!“

Der Iran teilte vor Trumps neuesten Aussagen mit, ein Abkommen mit Oman über die Straße von Hormus befinde sich in der Endphase. Nach iranischen Angaben dürfte die Vereinbarung davon abhängen, dass die USA ihre Blockade iranischer Häfen aufheben. Übereinstimmenden Berichten zufolge soll der Iran eine Art Rundkurs ins Spiel gebracht haben: Schiffe könnten dabei auf einer nördlichen Route durch die Meerenge in den Persischen Golf einfahren und ihn auf einer südlichen Route entlang der Küste des Omans wieder verlassen. An den Verhandlungen der beiden Golfstaaten sollen die USA nicht beteiligt gewesen sein. Es soll sich um eine Übergangslösung handeln, während der vom Iran verlegte Seeminen beseitigt werden könnten.

US-Vertreter: Keine Mautgebühren bei Übergangslösung

Ein US-Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur AP, mögliche vorübergehende Regelungen für die Durchfahrt würden keine Genehmigungen oder Mautgebühren vorsehen. Gleiches berichtet die Deutsche Presse-Agentur. „Alle temporären Routen werden ohne jegliche Hindernisse befahrbar sein – das heißt, es sind keine Genehmigungen oder Erlaubnisse erforderlich und es werden keine Mautgebühren oder Gebühren erhoben“, betonte ein ranghoher US-Beamter der Nachrichtenagentur gegenüber auf Anfrage. Er verwies darauf, dass die Meerenge eine internationale Wasserstraße sei.

Derzeit kontrolliert der Iran weiterhin die Straße von Hormus, die normalerweise eine wichtige Route für den Export von Öl und Flüssiggas aus den Golfstaaten ist. Der Streit um die Meerenge und die Frage, wie die Durchfahrt geregelt wird, sind wesentliche Gründe, warum der Krieg zwischen den USA und dem Iran zuletzt wieder eskalierte. Vor Ausbruch des Krieges Ende Februar konnten Schiffe ungehindert durch die Meerenge fahren.

Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Vor Beginn des Krieges, der im Februar mit US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran begonnen hatte, wurden über die Meerenge rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Erdöls und Erdgases transportiert.

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