Kabarettist Florian Schroeder hat dem Osten Deutschlands eine Widersprüchlichkeit vorgeworfen. In einem Instagram-Video sagt der 46-Jährige: „Das Paradox ist, ihr werft dem Staat genau die Bevormundung vor, die ihr schon aus DDR-Zeiten kennt. Der Witz ist aber, ihr wollt genau diese Bevormundung. Ihr wollt gegängelt und getreten werden. Der Osten war schon immer das lebende Stockholm-Syndrom. Demokratie bedeutet nicht, dass der Staat, den man zutiefst verachtet, für einen alle Probleme löst.“
Der Staat solle in der Wahrnehmung vieler Menschen alles vorschreiben, dürfe aber nicht bevormunden. „Er soll sagen, was zu denken ist, aber doch sollen alle alles sagen dürfen. Er soll den ÖPNV bis in den letzten Winkel schicken, aber wenn er das tut, dann empört ihr euch über eine Zwangsbebussung. Ihr müsstet euch bitte einmal entscheiden, welche Diktatur ihr jetzt genau wollt“, sagt Schroeder.
Es sei legitim, Russlands Präsidenten Wladimir Putin zu „beklatschen“. Doch dann brauche es auch Konsequenz. „Dann werft euch ihm doch einfach bedingungslos an den Hals. Das wäre endlich die richtige Wiedervereinigung, nämlich die mit Russland.“ Putin wolle zurück ins Jahr 1990, genau wie der AfD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt Ulrich Siegmund. Wäre Putin 1989 Befehlshaber der sowjetischen Armee gewesen, würden noch heute Hunderttausende russische Soldaten in Ostdeutschland stehen. „Vielleicht kriegt ihr die ja bald“, erklärt Schroeder.
Er meine damit nicht alle Menschen in Ostdeutschland, betont er. „Aber wer sich jetzt aufregt, der darf sich gemeint fühlen. Und wer jetzt sagt, aber du bist ja Wessi, du darfst das gar nicht über Ossis reden, der ist auch gemeint. Wenn nur Opferlämmer andere Opferlämmer darin bestärken dürfen, Opferlämmer zu sein, dann ist das doch genau die bevormundende Woke-Attitüde, die ihr zu Recht immer so gehasst habt“, sagt er.
In der Kommentarspalte unter seinem Video erhält Schroeder vor allem Zustimmung. Eine Nutzerin schreibt etwa: „Ich als NRW-Bürgerin war zwei Wochen in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs. So gute Straßen wünschen wir uns hier auch. Meckern auf hohem Niveau!“ Ein anderer schreibt: „Danke, fand ich sehr gut und war mal notwendig. Du sprichst mir aus der Seele. Grüße aus Sachsen.“
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