An einem Umspannwerk in Turnow-Preilack in Brandenburg unweit des Kraftwerks Jänschwalde sind Sprengvorrichtungen gefunden worden. Die Polizei teilte mit, am Dienstag gegen 8.00 Uhr sei eine mögliche Sachbeschädigung an einer Leitung festgestellt worden.

„Spuren werden gesichert“, sagte eine Polizeisprecherin. „Entschärfer sind vor Ort.“ Es gebe jedoch keine Auswirkungen auf die Bevölkerung. Das Landeskriminalamt Brandenburg (LKA) habe die Ermittlungen übernommen.

Es habe mindestens eine Detonation gegeben, sagte eine Sprecherin des Brandenburger Polizeipräsidiums in Potsdam. Es seien mehrere sogenannte unkonventionelle Brand- und Sprengvorrichtungen entdeckt worden, die aber nicht alle explodiert seien.

Innenminister Jan Redmann (CDU) und Wirtschaftsministerin Martina Klement (CSU) wollten sich ein Bild der Lage machen, teilte das Innenministerium mit. Um 17.00 Uhr ist dort ein Statement geplant.

Die „Märkische Allgemeine“ hatte zuvor berichtet, dass Einsatzkräfte mehrere Vorrichtungen für mit Sprengstoff bestückte Raketen gefunden hätten. Das LKA widersprach dem Bericht. „Wir reden hier nicht von Raketen“, erklärte die Sprecherin gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Ob ein Schaden entstanden sei, sei Teil der Ermittlungen. Für die Bevölkerung habe keine Gefahr bestanden. Laut Netzbetreiber 50Hertz sei die Tat am Dienstagmorgen verübt worden. Das mutmaßliche Ziel sei offenbar ein großflächiger Stromausfall am Block E des Kohlekraftwerks gewesen.

Der Netzbetreiber 50Hertz teilte gegenüber der „Märkischen Allgemeinen“ mit: „Bislang unbekannte Täter haben heute Morgen vermeintlich Sachbeschädigungen an mehreren Leitungen im Übertragungsnetz von 50Hertz begangen.“ Es habe eine „kurzzeitige Leitungsunterbrechung“ gegeben. Mittlerweile seien aber alle Leitungen wieder in Betrieb, die allgemeine Stromversorgung sei derzeit nicht beeinträchtigt. Der Netzbetreiber arbeite laut der Sprecherin „eng mit den zuständigen Sicherheitsbehörden zusammen“.

Das Energieunternehmen Leag geht von einem Anschlag aus. Ein Sprecher teilte mit: Am Morgen sei ein Anschlag auf das Umspannwerk in Turnow-Preilack verübt worden, „über welches der im Kraftwerk Jänschwalde erzeugte Strom in das Übertragungsnetz von 50 Hertz eingespeist wird“. Und weiter: „In der Folge kam es zu einem technischen Ausfall von Block B im Kraftwerk.“

Nach Informationen von WELT schaltete sich der Block infolge einer Sicherheitsmaßnahme selbstständig ab. Bislang ist Block B bislang nicht wieder in Betrieb.

In dem Umspannwerk Preilack im Landkreis Spree-Neiße unweit der Landesgrenze zu Sachsen wird der Strom, der im Kraftwerk Jänschwalde erzeugt wird, überregional und regional verteilt. Nach Angaben der Leag wurde das Kraftwerk Jänschwalde in den Jahren 1976 bis 1989 als letzter Kraftwerksneubau der DDR errichtet.

Der Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt beim ursprünglichen Autor. Die erneute Veröffentlichung dieses Artikels dient ausschließlich der Informationsverbreitung und stellt keine Anlageberatung dar. Bei Verstößen kontaktieren Sie uns bitte umgehend. Wir werden bei Bedarf Korrekturen oder Löschungen vornehmen. Vielen Dank.