Nach einem Angriff auf den ⁠internationalen Flughafen von Riad mit zwölf Toten hat die jemenitische Huthi-Miliz ihre Warnung vor der Nutzung saudiarabischer Airports wiederholt. Auch Fluggesellschaften und deren Mitarbeiter sollten saudische Flughäfen und den Flugraum des Königreichs meiden, teilte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari mit. Diese seien „legitime Ziele“ für Angriffe der Huthi, erklärte Sari – mit Ausnahme der für Muslime heiligen Stätten Mekka und Medina. Saudi-Arabien trage die Verantwortung für gescheiterte Abfangmanöver.

Unter den mindestens zwölf bisher bekannten Todesopfern waren vier Einheimische, aber auch acht Ausländer. 309 weitere Menschen wurden bei der Attacke am Samstag verletzt, einige von ihnen schwer, teilte die zivile Luftfahrtbehörde am Sonntag mit.

Bei den ausländischen Todesopfern handelte es sich den Angaben zufolge um einen Menschen aus den USA, zwei Menschen aus Bangladesch, einen Palästinenser und jeweils einen Menschen aus Ägypten, Jordanien, Syrien und dem Sudan. In der Mitteilung war außerdem von „materiellen Schäden“ durch den Angriff die Rede.

Hintergrund ist militärische Eskalation

Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis machte die Huthi für die jüngste Attacke auf den internationalen Flughafen King Chalid verantwortlich. Der Angriff auf eines der Passagierterminals sei ein „regelrechtes Kriegsverbrechen“, schrieb der Sprecher des Bündnisses, Turki al-Maliki, auf der Plattform X und kündigte eine entschiedene Reaktion an.

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich „zutiefst schockiert“ über den Angriff der Huthi. Attacken auf Zivilisten und zivile Infrastruktur verstießen gegen das Völkerrecht. Sie müssten sofort eingestellt werden, forderte er.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stufte den tödlichen Angriff auf den Flughafen als „gefährliche Eskalation“ ein und forderte die Huthi-Miliz auf, ihre Angriffe auf zivile Ziele zu beenden. „Diese Attacken von Irans Stellvertretern treiben die Region in eine Spirale der Gewalt“, erklärte von der Leyen am Sonntag. Derartige Angriffe destabilisierten wichtige Transport- und Energieknotenpunkte und sendeten „Schockwellen in die ganze Welt“.

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) erklärte am Sonntag im Onlinedienst X, es handele sich bei der Tat um einen „Terrorakt“ gegen Saudi-Arabien und die zivile Luftfahrt. „Unsere Gedanken sind bei den Opfern, den Angehörigen gilt mein tiefes Beileid“, schrieb Wadephul. Dies habe er auch seinem saudiarabischen Kollegen Faisal bin Farhan übermittelt.

Die saudiarabische Luftfahrtbehörde bestätigte einen Angriff auf den Flughafen, machte aber nicht offiziell die Huthis für die Attacke verantwortlich. Der Flugbetrieb wurde vorerst eingestellt. Die Tracking-Website Flightradar 24 teilte später im Onlinedienst X mit, dass die Schließung des Flughafens von Riad um 24 Stunden bis 22.00 MESZ verlängert worden sei.

Der Flughafen von Riad war bereits am Donnerstag getroffen worden. Dabei wurden nach saudiarabischen Angaben drei Menschen getötet und ein Flugzeug beschädigt. Deutschland und andere westliche Länder raten inzwischen von einer Nutzung des Flughafens ab.

Saudi-Arabien führt eine Militärkoalition an, die die international anerkannte Regierung des Jemen im Kampf gegen die Huthis unterstützt. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz kontrolliert seit Jahren weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa. Zuletzt übernahm sie nach einer Blitzoffensive die Kontrolle über große Teile der Küste an der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Meerenge Bab al-Mandab.

Trump verurteilt Raketenangriff, ebenso Rubio

US-Präsident Donald Trump hat den Angriff ebenfalls verurteilt. „Was in Saudi-Arabien passiert ist, ist nicht akzeptabel“, sagte Trump am Samstag (Ortszeit) auf dem Regierungsflughafen Joint Base Andrews vor Journalisten. Er werde mit Saudi-Arabiens De-facto-Herrscher Kronprinz Mohammed bin Salman darüber „sprechen“. Auch US-Außenminister Marco Rubio äußerte sich. Die Vereinigten Staaten verurteilten die jüngsten Angriffe der Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien „auf das Schärfste“, schrieb er auf der Plattform X. „Diese verwerflichen Angriffe zeugen von einer eklatanten Missachtung des Lebens unschuldiger Zivilisten. Sie müssen sofort aufhören“. Die USA stünden an der Seite Saudi-Arabiens, fügte Rubio hinzu.

Auch die Vereinten Nationen äußerten sich besorgt. „Diese Angriffe stellen eine schwerwiegende Eskalation dar“, erklärte der UN-Sondergesandte für den Jemen, Hans Grundberg, am Samstag (Ortszeit) in New York. „Solche Handlungen sind eine ernsthafte Gefahr für die regionale Sicherheit, verstetigen Kreisläufe der Gewalt und komplizieren die Friedensbemühungen für den Jemen noch mehr.“

US-Präsident Trump erwägt inzwischen offenbar, Saudi-Arabien im Kampf gegen die Huthis zu unterstützen. Nach dem Angriff auf den Flughafen von Riad werde seine Regierung nun „sehr schnell“ eine Entscheidung treffen, hatte er am Samstag vor Journalisten am Weißen Haus gesagt. US-Medien zufolge hatten die USA Bitten Saudi-Arabiens um militärische Unterstützung bisher abgelehnt.

Die US-Vertretung in Saudi-Arabien rief alle US-Bürger in dem verbündeten Königreich dringend auf, den internationalen Flughafen King Chalid sowie die umliegenden Gebiete zu meiden. Mitarbeiter der US-Regierung benötigten eine Sondergenehmigung für die Nutzung des Flughafens sowie der Flughäfen in Dschidda und Dammam, schrieb die US-Botschaft in einer Mitteilung und riet zu äußerster Vorsicht bei der Nutzung aller größeren Flughäfen in dem Land.

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