Der Chef des französischen Autozulieferers Valeo, Christophe Périllat, warnt vor Verwerfungen in der Branche, falls die Politik nicht Maßnahmen gegen den Wettbewerb aus China ergreift.
„Die europäische Autoindustrie ist in der Breite intakt. Also ist es noch nicht zu spät. Doch wenn die Politik jetzt nicht handelt, werden wir in den kommenden fünf bis zehn Jahren extreme Einschnitte sehen. Für Länder wie Deutschland, die bislang keinen Schutz nötig hatten, wird das eine ganz neue Erfahrung werden“, sagte Périllat WELT AM SONNTAG.
Regulierungen zur Bevorzugung heimischer Autos seien weltweit Standard, sagte der Manager: „China macht es, die USA machen es, Indien macht es, Südamerika auch – nur Europa nicht.“
Périllat sagte, er bemerke einen Stimmungsumschwung
Er verwies auf Schutzzölle in den USA als Vorbild für Europa. „Heute sehen wir, dass der Wettbewerbsrückstand Europas gegenüber China bei etwa 30 Prozent liegt. Der Anreiz, in Europa zu produzieren, muss dem Wettbewerbsrückstand zwischen den verschiedenen Regionen entsprechen, um Wirkung zu zeigen. Und wenn Europa seine Wettbewerbsfähigkeit in den kommenden Jahren wiederherstellt, kann der Prozentsatz sogar sinken“, sagte Périllat.
Périllat sagte, er bemerke einen Stimmungsumschwung. Noch vor 18 Monaten seien solche Vorschläge in der Öffentlichkeit negativ als Protektionismus aufgenommen worden. „Diese Meinung hat sich gedreht. Inzwischen gibt es konkrete Vorschläge – wenn auch noch keinen Konsens dazu“, sagte der Franzose.
Die deutschen Autohersteller, die auch in China produzieren, lehnen Schutzzölle bislang ab.
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