Die Staatsanwaltschaft Köln hat Ermittlungen gegen drei Mitarbeiter der Volksbank Köln Bonn eingeleitet. Im Zusammenhang mit einem Kredit für das Kölner Großbordell „Pascha“ werden sie der Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr sowie der Untreue verdächtigt. Zu den Personen gehörten ein Vorstandsmitglied der Genossenschaftsbank sowie zwei weitere Mitarbeiter des Geldhauses, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.
Der Anwalt des Vorstandsmitglieds erklärte, sein Mandant weise alle Vorwürfe zurück. Die Volksbank betonte, für die Betroffenen gelte die Unschuldsvermutung. Das Institut selbst sei kein Ziel der Ermittlungen. Auch gegen zwei Personen, die nicht für das Institut arbeiten, wird ermittelt. Darunter soll laut Insider ein Anwalt sein.
Der Fall dreht sich um ein Darlehen über fünf Millionen Euro zur Finanzierung einer Immobilie für das Kölner Bordell aus dem Jahr 2021. Mit dem Geld finanzierte ein chinesischer Investor den Kauf des zwölfstöckigen Gebäudes, nachdem das darin betriebene Bordell während der Corona-Pandemie Insolvenz angemeldet hatte.
Die Volksbank hatte im Juli mitgeteilt, eine Kanzlei mit einer internen Untersuchung des Geschäfts beauftragt zu haben. Dabei solle geprüft werden, ob das namentlich nicht genannte Vorstandsmitglied persönlich von der Transaktion profitiert habe. Für die Dauer der Prüfung sei der Manager freigestellt.
Zudem befasst sich einem weiteren Insider zufolge die Finanzaufsicht BaFin mit dem Vorgang. Dabei stehe die mögliche Zahlung einer unzulässigen Geldsumme an das Vorstandsmitglied im Fokus. Dessen Anwalt erklärte dazu schriftlich: „Mein Mandant hat zu keinem Zeitpunkt Zahlungen entgegen genommen.“
Die Volksbanken sind im Besitz ihrer Mitglieder und gelten als eine Säule des deutschen Finanzsektors. Sie vergeben im Regelfall selten Kredite an ausländische Kunden und meiden Geschäfte, die ihrem Ruf schaden könnten.
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